Wer etwas von Cyber Security, Cloud und Blockchain versteht, verdient 2020 im Schnitt um mindestens 10 Prozent mehr als noch im Jahr davor. Wer noch dazu im Chefsessel einer IT-Abteilung sitzt, hat bis zu 20 Prozent mehr pro Monat auf dem Konto als 2019. Das hat die Personalberatung Michael Page festgestellt und dafür 1800 IT-Fachleute in der Schweiz befragt.

Wobei die Marktlage für Computeringenieure, Softwareprogrammierer und Datenbankspezialisten dermassen gut ist, dass die Bewerber sich mehr oder weniger aussuchen können, wo sie wann und unter welchen Bedingungen arbeiten wollen.

Doppelt so hohe Löhne

Und das Salär stimmt: Der Chief Information Officer eines durchschnittlich grossen Unternehmens bekommt mit zehn Jahren Berufserfahrung im Schnitt 260'000 Franken pro Jahr, ein Softwareentwickler 200'000, ein Datenwissenschafter 160'000 und auch eine Helpdesk-Fachkraft bekommt noch 100'000 Franken pro Jahr.

Das Brutto-Lohnniveau in der IT-Branche ist in der Schweiz im Vergleich zu Resteuropa durchwegs doppelt so hoch. Die Befragung von Michael Page macht dabei vor allem eines deutlich: Der dringende Bedarf der Arbeitgeber, neue Positionen mit IT-Profis zu besetzen, ist so gross, dass Jobsuchende klar am längeren Hebel sitzen und ihre Forderungen durchsetzen können. Erwartungen an die Qualifikation der Kandidaten und Trendbereiche wie Krypto, Cloud und Firewall sind dagegen die gleichen wie in allen anderen Ländermärkten.

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Nicht nur Gewinner, auch Verlierer

Allerdings ergibt sich bei genauerer Betrachtung ein differenziertes Bild: Der Boom bei Datenfachleuten im Bereich von Cloud-Technologien findet sich wider Erwarten nicht so sehr bei grossen Datencenter-Betreibern wie Amazon Web Services und Microsoft, die in den vergangenen Monaten Tausende neue Server-Türme aufgestellt haben. Sondern bei den Unternehmen, die Experten einstellen müssen, um die Daten in der Wolke zu  verwalten. Deren Fachkräftebedarf ist grösser als jener der Datencenter- Betreiber.

Und in den einzelnen IT-Berufsgruppen abseits der Trendbereiche gibt es nicht nur Gewinner. So gab es im Infrastrukturbereich viele Firmen, welche ihre IT-Abteilungen ins Headquarter im Ausland zurückgeholt haben. Die Löhne dieser Fachleute sind schon in den Jahren 2015 bis 2017 gesunken und stagnieren seither. Auch IT-Projektmanager verdienen seit 2018 zwischen 5 und 10 Prozent weniger als davor.