Der Basler Pharmazulieferer Lonza baut in seiner Fabrikanlage im Wallis die Produktion für den Covid-19-Impfstoff von Moderna aus. Durch drei zusätzliche Produktionslinien soll der derzeitige Ausstoss des Impfstoffes verdoppelt werden.

Lonza habe mit der Pharmafirma Moderna eine entsprechende Vereinbarung getroffen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Laut der Mitteilung werden die zusätzlichen Produktionskapazitäten schrittweise in Betrieb genommen. Anfang 2022 sollen die drei Linien für die Produktion des Impfstoffs dann alle in Betrieb sein. Mit der Rekrutierung von zusätzlichem Personal, das für die Fabrikationslinien benötigt wird, hat Lonza gemäss den Angaben schon begonnen.

Aktuell laufen in Visp bei Lonza bereits drei Produktionslinien auf Hochtouren. Laut Angaben vom Januar stellt das Unternehmen in Visp laut dem bisherigen Vertrag jährlich 300 Millionen Impfdosen her und weitere 100 Millionen in der Fabrik im US-amerikanischen Portsmouth.

Wie hoch nun die Anzahl der jährlich produzierten Dosen nach der Kapazitätserweiterung sein dürfte, erläuterte eine Sprecherin auf Anfrage nicht genauer. «Die endgültige Ausgabe von Patientendosen hängt nicht nur von der Herstellung der Arzneimittelsubstanz ab, sondern auch von der Befüllung und dem Fertigstellungsgrad», sagte sie.

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Wie hoch das Investitionsvolumen für die zusätzlichen Fabrikationslinien ist, schrieb Lonza in der Medienmitteilung ebenfalls nicht. Allerdings war bereits Ende des letzten Jahres bekanntgeworden, dass Lonza für den Auftrag von Moderna 80 bis 90 Millionen Franken in die Hand nimmt, um die Produktion auszubauen.

Moderna erhöht Kapazität auch andernorts

Moderna erhöht aber nicht nur am Produktionsstandort von Lonza in Visp seine Kapazitäten. Auch der spanische Hersteller Laboratorios Farmaceuticos Rovi in Madrid kündigte am Donnerstag eine Verdopplung seiner Abfüllkapazitäten an.

Um die Impfstoffe herzustellen, braucht es beide Standorte: Nach der Fertigung im Wallis gelangt der Corona-Impfstoff von Moderna zu Rovi und wird dort fertiggestellt, abgefüllt und ausgeliefert. Die fertigen Dosen reisen dann in ein Logistik-Verteilzentrum in Belgien. Von dort aus wird der Impfstoff in ganz Europa verteilt.

Die Kapazitätserweiterungen trage dazu bei, dass Moderna die weltweite Versorgung mit dem Impfstoff im Jahr 2022 auf bis zu drei Milliarden Dosen hochschrauben könne, hiess es von der US-Biotechfirma ebenfalls am Donnerstag.

Im aktuellen Jahr will Moderna nun laut neuesten Angaben 800 Millionen bis eine Milliarde Dosen ausliefern. Zuvor war das Unternehmen noch von 700 Millionen Dosen ausgegangen. Welche Menge letztendlich zur Verfügung stehen wird, hängt auch davon ab, wie viele Dosen mit einer geringeren Wirkstoffmenge auskommen, etwa für Auffrischungsimpfungen oder Kinder. "Mit Blick auf das nächste Jahr sehen wir einfach so viel Bedarf für Primärimpfstoffe, wir hören es überall auf der Welt, und auch für Auffrischungsimpfstoffe", sagte Moderna-Präsident Stephen Hoge gegenüber Reuters.

Studienergebnisse hätten zudem inzwischen gezeigt, dass der Impfstoff im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad drei Monate lang haltbar sei anstatt nur einen. Das erleichtere die Handhabe des ansonsten bei minus 20 Grad gelagerten Vakzins.

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Einer von drei zugelassenen Impfstoffen

Das Präparat von Moderna ist nebst dem Impfstoff von Pfizer/Biontech und demjenigen von Johnson & Johnson einer von drei Corona-Impfstoffen, die in der Schweiz zugelassen sind. Beim Impfstoff von Astrazeneca ist die Zulassung durch die Arzneimittelbehörde Swissmedic noch hängig. Der Bund hat insgesamt 13,5 Millionen des Vakzins von Moderna bestellt.

Der Impfstoff nutzt ähnlich wie das Mittel von Biontech/Pfizer die neuartige mRNA-Technologie und gilt als sehr zuverlässig und sehr sicher. Auch die EU hat in zwei Rahmenverträgen bis zu 460 Millionen Dosen des Impfstoffs von Moderna bestellt.

(awp/tdr)