Rund neun Monate nach Grundsteinlegung zeichnet sich ab, dass das Lifestyle-Hotel Kameha Grand im Opfiker Stadtteil Glattpark wie anvisiert im Frühjahr 2015 seine Pforten öffnen wird. Die Bauarbeiten laufen planmässig, sagt der verantwortliche Hotelier Carsten Rath, «wie ein Schweizer Uhrwerk».

Das liege vor allem an der Arbeit des Entwicklers Peter Mettler, der in Glattpark weitere Projekte betreut, und der UBS, die über einen Fonds Eigentümerin der Immobilie ist. Der Kölner Unternehmer Rath ist Gründer und CEO der Luxury Hospitality & Entertainment (LH&E) Group, die bereits in Bonn ein Kameha-Hotel führt, das auf extravagantes Design setzt. Mettler fungiert inzwischen als Präsident des Verwaltungsrats bei LH&E.

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Fassade aus geschwungenem Glas

Vor allem Geschäftsleute und Veranstalter wolle man ansprechen, sagt Rath. Das Haus werde sich sehr auf lokale, in der Schweiz lebende Gäste ausrichten. Für die beiden Restaurants, ein Italiener und ein japanisches Sushi-Restaurant, will man die Anwohner in Opfikon gewinnen. «Der Erfolg eines solchen Hotels ist entscheidend abhängig von seinem Umfeld.»

Über 245 Zimmer und Suiten soll es in dem aufwendig gestalteten Gebäude mit einer transparenten Fassade aus geschwungenem Glas geben. Der niederländische Designer Marcel Wanders verantwortet das Interieur. Geplant sind satte Farben – viel rot, weiss und gold, so Rath: Das Hotel werde durch seine Schönheit schmeicheln, es werde «weiblich». Und: Es wird «viel Swissness zu finden sein»: grosse Leuchten, die mit etwas Fantasie an Kuhglocken erinnern, oder Wände mit der Form von Schokoladentafeln. Die Preise sollen demnach «im Vier-Sterne-Plus-Bereich» liegen.

Keine Angst vor Rendite-Reinfall

Doch wirft ein acht Kilometer ausserhalb des Zentrums von Zürich liegendes Lifestyle-Hotel überhaupt Rendite ab? Fachleute warnten in der Vergangenheit bereits vor Übertreibungen im Segment Luxus-Hotels und Geschäftsproblemen – insbesondere, wenn die Unterkünfte nicht im Stadtkern zu finden sind.

Rath gibt sich zuversichtlich und verweist auf die zunehmende Bedeutung von Glattpark. Konzerne wie Kraft, UBS und Canon seien mit grossen Niederlassungen im direkten Umfeld vertreten, ebenso das Schweizer Fernsehen. Insgesamt entstanden bis heute 3600 Wohnungen.

Das Promi-Hotel Renaissance muss schliessen

Ein weiteres Argument für das Projekt: Bis 2016 soll in unmittelbarer Nähe des Kameha Grand der mit rund 50'000 Quadratmetern grösste Bürokomplex der Schweiz entstehen – und das ausgerechnet auf dem Gelände, auf dem heute das Schweizer Nobelhotel Renaissance steht. Seit über 20 Jahren beherbergt das Hotel dank seiner Nähe zu Hallenstadion und TV-Studio zahlreiche Berühmtheiten wie die Rolling Stones, Shakira aber auch die Schweizer Fussballnationalmannschaft.

Doch damit ist bald Schluss: Der Pachtvertrag läuft aus, Ende 2014 wird das Hotel geschlossen. Die Gäste des Renaissance sollen dann ins Kameha Grand kommen, hofft Unternehmer Rath.