Der Marktwert von Ferrari hat den von Stellantis überholt – dem Automobilkonglomerat, zu dem Fiat gehört, das einst die Muttergesellschaft des kultigen italienischen Luxus-Sportwagenherstellers war. Ferrari, bekannt für sein Logo mit dem Pferd und seine unverwechselbaren Supersportwagen, hat in diesem Jahr 34 Prozent zugelegt und ist damit die Aktie mit der besten Wertentwicklung unter den europäischen Automobilherstellern.

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Das hat den Marktwert auf 49,2 Milliarden Euro (etwa 48,1 Milliarden Franken) ansteigen lassen, womit das Unternehmen den Wert von Stellantis (47,1 Milliarden Euro, umgerechnet 46,1 Milliarden Franken) überholt hat und zu den drei grössten Unternehmen an der Mailänder Börse gehört.

Die Nachfrage nach Luxussportwagen hat sich bei den wohlhabenden Kunden von Ferrari trotz Preiserhöhungen gut gehalten, was im krassen Gegensatz zu den Herstellern von Massenautos steht, die angesichts des wirtschaftlichen Abschwungs an Preismacht verlieren. Die Aktie ist in vielerlei Hinsicht mit der von grossen Luxusgüterunternehmen in Europa vergleichbar und hat seit der Abspaltung im Jahr 2015 eine Gesamtrendite von über 500 Prozent erzielt. Im gleichen Zeitraum lagen die Renditen für Autoaktien in Europa bei etwa 50 Prozent, einschliesslich Dividenden.

Familie Agnelli profitiert

Für eine wachsende Zahl von Anlegern ist der Luxussektor für den europäischen Aktienmarkt das, was Big Tech für die USA war: Dominante Unternehmen, deren Wachstum auch dann anhält, wenn die Wirtschaft schwankt. Der Aufstieg von LVMH (Moet Hennessy Louis Vuitton), Europas grösstem Unternehmen nach Marktwert, in die Top 10 der Welt ist ein Beleg für diesen Trend.

Exor, die Holdinggesellschaft der Familie Agnelli, ist nach wie vor der grösste Investor sowohl bei Stellantis als auch bei Ferrari, das 2015 von Fiat Chrysler abgetrennt wurde. Als Ferrari im Oktober 2015 in New York an die Börse ging, hatte das Unternehmen einen Marktwert von rund 10 Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Franken).

The New Ferrari 488 Pista is presented during the press day at the 88th Geneva International Motor Show in Geneva, Switzerland, Tuesday, March 6, 2018. The Motor Show will open its gates to the public from 8 to 18 March presenting more than 180 exhibitors and more than 110 world and European premieres.(KEYSTONE/Cyril Zingaro)

Ferrari-Rot: Die Automarke hat sogar einen festen Platz im Farbspektrum.

Quelle: Keystone

«Ferrari war schon immer ein Synonym für Luxus, und auch die Multiplikatoren bestätigen dies», so Vincenzo Longo, Marktstratege bei der Bank IG. «Die Aktie hat seit Jahresbeginn eine Outperformance erzielt und der Trend ist in etwa vergleichbar mit den grossen Luxusunternehmen wie LVMH.»

Während Ferrari von einem Nachfrageschub nach seinen Luxusautos profitiert, standen die Aktien von Stellantis unter Druck, nachdem das Unternehmen am 3. Mai enttäuschende Umsätze für das erste Quartal in Europa bekannt gegeben hatte. Zu den 14 Automarken von Stellantis gehören Fiat, Alfa Romeo, Citroen, Opel und Chrysler. Die gesamten konsolidierten Auslieferungen des Unternehmens gingen im vergangenen Jahr auf etwa 5,78 Millionen Fahrzeuge zurück. Zum Vergleich: Von der Premiummarke Ferrari wurden im gleichen Zeitraum 13'221 Fahrzeuge verkauft.

Und die Party ist für Ferrari noch nicht vorbei: RBC Capital hob am Dienstag sein Kursziel für Ferrari auf 321 Euro (etwa 314 Franken) an. Aktuell liegt der Kurs bei rund 270 Euro, was bereits relativ viel ist. Ferrari wird mit dem 41-fachen des 12-Monats-Gewinns gehandelt und ist damit die mit Abstand teuerste Autoaktie in Europa. Sie liegt fast gleichauf mit Tesla in den USA.

(bloomberg/spi)