Der neue Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider muss sich nicht mehr mit den Nachwehen des Maggi-Nudelskandals beschäftigen, wenn er im Januar sein Amt antreten wird. Das oberste indische Gericht hat Nestlé die Erlaubnis gegeben, 550 Tonnen Maggi-Nudeln zu vernichten. Es handelt sich um die letzte Ware, die vor dem Lebensmittelskandal produziert wurde. Es ist ein Schlussstrich unter die millionenschwere Affäre.

Nestlé selbst hat um die Erlaubnis gebeten, wie indische Medien übereinstimmend berichten. Die hoheitliche Bewilligung kam nach Absprache mit der Lebensmittelbehörde, die im letzten Jahr ein mehrmonatiges Verkaufsverbot gegen die beliebten Fertignudeln verhängt hatte – wegen vermeintlich zu hohen Bleiwerten.

Comeback gelungen

In der Summe hat Nestlé nun knapp 39'000 Tonnen Maggi-Nudeln verbrannt. Die Firma mit Sitz in Vevey sah sich gezwungen, mehrere tausend Lastwagen mit – wie sich später herausstellen ­sollte – einwandfreien Fertignudeln zu füllen und zu den Zementwerken des Landes zu karren, um sie in deren 
Öfen zu verfeuern. Die Produktion ruhte während fünf Monaten. 66 Mil­lionen Franken kostete die Aktion, rund 250 Millionen Franken Umsatz ging verloren, über 38'000 Tonnen Fertignudeln hat der Schweizer Konzern ­verbrannt.

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Die Nudeln sind mittlerweile wieder in den Regalen des Landes zu finden. Sie erreichen bei den Fertignudeln dank gross angelegten Werbeoffensiven mittlerweile wieder einen Marktanteil von über 50 Prozent. Das ist aber wenig im Vergleich zu den Werten vor dem Skandal. Anfang 2015 dominierte Nestlé den Markt. Drei Viertel aller konsumierten Fertignudeln stammte aus Schweizer Hand.