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Martullo-Blocher misstraut Schweizer Grossbanken

Ems-Chemie-Chefin Magdalena Martullo-Blocher trifft finanzielle Vorkehrungen. (Bild: Keystone)

Die Chefin der Ems-Chemie, Magdalena Martullo-Blocher, erläutert in einem Interview ihre Vorbereitungen auf möglichen «Euro-Crash». Zudem äussert sie sich über ihre politischen Pläne.

Veröffentlicht am 15.07.2012

Ems-Chemie-Chefin Magdalena Martullo-Blocher ist besorgt um Westeuropa. Sie glaubt nicht an einen Aufschwung. Deshalb trifft sie Vorkehrungen für den Notfall, sagt sie in einem Interview mit «SonntagsBlick». «Wir suchen sichere Banken, um unsere Geld aufzubewahren», sagt Martullo.

Sie bringe die Gewinne aus dem Ausland zurück in die Schweiz, «zu Banken, bei denen wir glauben, sie wären von einem Euro-Crash weniger betroffen.» Wobei sie den beiden Grossbanken nicht vertraut. «Wir arbeiten mit ihnen, aber unser Geld deponieren wir nicht bei Grossbanken.»

Ohnehin drehe sich in der Schweiz zu viel um die Banken, sagt Martullo. «Leider wird die grosse Bedeutung der Arbeitsplätze der Industrie dabei oft vergessen.»

Zudem klagt die Ems-Chefin darüber, dass die Schweiz keine Freihandelsabkommen mit den USA und China haben. Sie versteht den Widerstand der Landwirte gegen solche Abkommen nicht. «Noch besteht für die Bauern kein Risiko», so Martullo – und kritisiert die Subventionen an die Bauern heftig. «Die Schweizer Landwirtschaft ist hoch subventioniert, sie bringt der Schweiz unter dem Strich keine Wertschöpfung.» Die Bauern dürften der Industrie nicht im Wege stehen. «Um die Landwirtschaft zu finanzieren braucht es eine blühende Exportwirtschaft.»

Auch über ihre politische Zukunft äussert sie sich: «Ich kenne die Politik gut, damit bin ich aufgewachsen», sagt die Tochter von alt Bundesrat Christoph Blocher. Um ein Amt wolle sie sich in nächster Zeit zwar nicht bewerben. «Aber wenn es nötig wäre, und wenn ich Zuversicht hätte, etwas positiv verändern zu können, vielleicht einmal doch», sagt sie. «Die Schweiz hat wichtige politische Probleme zu lösen, Schönwetterpolitiker reichen nicht mehr, jetzt brauchten wir Leute mit Führungserfahrung, Leute, die etwas verstehen.»

So lange ihr Vater aktiv sei, werde sie aber nicht politisch aktiv, sagt sie zu «SonntagsBlick». «Zwei von uns gleichzeitig in der Politik, das geht nicht.»

(vst)

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