Zugegeben: Das Uhrwerk mit Namen ML 106 ist nicht ganz neu. Maurice Lacroix hatte die Eigenentwicklung bereits zur «BaselWorld» 2006 vorgestellt. Auch retrospektiv verlangt sie förmlich nach der These, dass es ein eigens für Armbanduhren konstruiertes Chronographenkaliber wie dieses noch nicht gegeben hat. Das gilt zum einen für den Garde-Durchmesser von 36,6 mm.

Blick nach vorn, aber auch zurück

Zum anderen betrifft es Aspekte der technischen Realisation, an der Andreas Strehler aus Winterthur massgeblich mitwirkte. Das Entwicklungsteam übte sich im keineswegs leichten Spagat zwischen dem Blick nach vorne und einer Wahrung des Überlieferten. In diesem Sinne präsentiert sich der Chronographenmechanismus in klassischer Weise mit horizontaler Räderkupplung, Schaltrad zur Steuerung der üblichen Funktionen sowie einer Unruhfrequenz von stündlich 18000 Halbschwingungen oder 2,5 Hertz. Diese gestattet eine Stoppgenauigkeit auf die Fünftelsekunde genau. Nach einigem Drehen an der Aufzugskrone erreicht die Gangautonomie 48 Stunden.
Die innovative Seite des Œuvre besteht in einem patentierten Hebelmechanismus, der den Chronographenzeiger selbst bei heftigen Stössen so bis zum definitiven Nullstellvorgang in seiner letzten Position verharren lässt. Hinzu gesellt sich zudem eine neuartige Zwangssteuerung der zeitschreibenden Funktionen. Sie verlangt unbedingt den Stopp des Chronographen vor seiner Nullstellung, ist somit das genaue Gegenteil des beliebten Flyback-Mechanismus.
So weit das Bekannte, welches klassisch dekoriert in einem augenfälligen, aber keineswegs aufdringlichen Goldgehäuse zu haben war. Auch Zifferblatt und Zeiger entsprachen dem, was Kenner von einem Masterpiece von Maurice Lacroix erwarten.

Anders bis zur Verfremdung

2007 steht bei den Zürchern im Zeichen eines neuen Auftritts. Das zeigt sich auf dem Gebiet der Unternehmenskommunikation und setzt sich im Design des Kalibers ML 106 und des gesamten chronographischen Outfits fort. Ade ihr Genfer Streifen, ade vordergründige Perlage. Die Zukunft gehört einer tantalfarbenen PVD-Oberflächenveredlung der Platine, Brücken und Kloben sowie schwarz beschichteten Schrauben. Diese Behandlung verleiht dem Uhrwerk ein modernes, aus dem Rahmen fallendes Erscheinungsbild.

Diese farblichen Akzente stehen im Kontrast zu den vergoldeten Rädern und dem weiterhin stählernen Schaltwerk. Die neue Optik betrifft auch das kontrastreiche Design des massivsilbernen Zifferblatts, der profilierten Leuchtzeiger aus dem Zifferblatt-Zentrum sowie der ungewöhnlichen, auf Scheiben basierenden Ausprägung des Kleinen Sekundenzeigers und des Minuten-Totalisators. Die Krone der bis 10 Atmosphären wasserdichten Edelstahl-Schale mit Sichtboden lässt sich durch eine kleine Vierteldrehung hermetisch verschrauben.

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Kommunikation: Luxuriös, emotional und eigenständig

«Passion for Details»: 2003 lancierte Maurice Lacroix die Imagekampagne «Passion for Details», bei welcher der Fokus auf den oft feinen, aber immer herausragenden Details einer jeden Uhr lag. Damit unterstrich Maurice Lacroix die Liebe zum Detail, die grosse handwerkliche Kompetenz und Perfektion sowie die Konzentration auf traditionelle Uhrmacherkunst. Seither hat sich die Marke ständig weiterentwickelt. Mit innovativen Entwicklungen in den Bereichen Komplikationen und Werke hat sie sich einen Namen gemacht.

«More than meets the eye»: Die Neupositionierung als Manufakturmarke erforderte eine neue Brand Identity, für welche
«Power, Pride, Passion» als Leitbegriffe dienten. Dazu wurde das Logo der Marke angepasst: Neu ist das stilisierte M in der Mitte zwischen Maurice und Lacroix platziert, was eine prominentere Gestaltung des Logos gestattet, und das bisher übliche «Switzerland» wurde durch «Manufacture Horlogère Suisse» ersetzt. Zusammen mit der Zürcher Werbeagentur Krieg, Schlupp, Bürge/Springer & Jacoby kreierte Maurice Lacroix zudem eine hochwertige, emotionale und vor allem eigenständige Werbekampagne. Bei dieser steht neben dem raffinierten Äusseren einer Maurice Lacroix vor allem deren spannendes, überaus komplexes Innenleben im Mittelpunkt. Denn hinter jeder Uhr von Maurice Lacroix steckt mehr, als der erste Blick erahnen lässt – daher ist «More than meets the eye» die neue zentrale Botschaft der Markenwerbung.