Die Ford Motor Corporation hatte in den letzten Jahren auf verschiedenen Gebieten Erfolge zu verzeichnen, nur im Stammhaus hapert es noch immer. Vergangenes Jahr waren deshalb die Zahlen in der Erfolgsrechnung tief rot. 12 Mrd Dollar wurden «verbrannt», mehr noch als ein Jahr zuvor bei General Motors (GM).

Die Töchter machen mehr Freude

Interessant ist, dass Ford mit Tochtergesellschaften in Asien und Europa durchaus Erfolge zu verzeichnen hat. Damit liegt der Schluss nahe, dass Manager, die etwas weiter von der Konzernzentrale Detroit weg agieren dürfen, kreativer arbeiten können. Erfolgreich gewirkt haben in letzter Zeit die Ford-Töchter Volvo sowie Range Rover, nicht zuletzt aber auch die Japaner von Mazda; an dieser Marke hält Ford eine Beteiligung von rund 44%.
Mazda hat sich in den rund 15 Jahren, seit Ford engagiert ist, zu einer Perle entwickelt. Die Marke ist heute weltweit für die Entwicklung kleiner Plattformen und Motoren verantwortlich. Und nach Europa ist jetzt ein Auto gekommen, dass sich im Ford-Portfolio gut machen würde. Nur: Mit dem CX-7, einem Sport Utility Vehicle – präziser gesagt handelt es sich um einen sogenannten Crossover, also eine Kreuzung aus Personen- und Geländewagen –, wird sich Mazda Lorbeeren holen und Geld einspielen – und nicht Ford.

Viel Power unter der Haube

Der Mazda CX-7 basiert, zumindest, was die Idee betrifft, auf dem grösseren und damit für den amerikanischen Markt bestimmten CX-9. Dieser ist mit sieben statt wie der kleine Bruder für Europa mit fünf Sitzen ausgestattet. Zudem wird der CX-7 auf den meisten europäischen Märkten mit einem permanenten Allradantrieb verkauft, der ihn teilweise geländetauglich, aber auch für den Zugbetrieb geeignet macht. Das Allradsystem ist aus der High-Performance-Limousine Mazda-6 MPS entliehen und mit einer aktiven Drehmomentverteilung versehen. Der Kraftfluss kann von 0 bis 100% auf jene Räder mit der besten Traktion verteilt werden. Das System ist mit einem ausschaltbaren elektronischen Stabilitätsprogramm bestückt, dem Mazda DSC.
Als Antrieb kommt jener 2.3-l-Vierzylinder aus dem Mazda-6 MPS zum Einsatz, der stattliche 260 PS auf die Räder bringt. Es handelt sich um eine Turboversion mit Benzin-Direkteinspritzung. Leistung und Top-Ausstattung (Sport) machen das Fahrzeug mit dem BMW X3 vergleichbar.
Derart bestückt, lässt sich der CX-7 entspannt fahren, auch bei höheren Geschwindigkeiten. Zudem neigt das Modell zu einem weitgehend neutralen Fahrverhalten, was zu einem guten Teil dem Allradantrieb zugeschrieben werden kann. Für ein Familienfahrzeug – und das ist der CX-7 trotz seinen sportlichen Leistungswerten – ist dies ein grosser Pluspunkt. Zu den Vorteilen sind sodann der Fahrkomfort sowie die Platzverhältnisse zu zählen.

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Beim Design mutiger als Ford

Daneben fällt der neue Mazda durch seine Erscheinung auf. Die Designer haben Mut bewiesen. Das konservative amerikanische Mutterhaus hat den Wurf toleriert, was keineswegs selbstverständlich ist. Vorerst sticht beim Neuen die kraftvoll wirkende Front ins Auge, aber vor allem die auffallend gezeichnete Seitenlinie. Sie wird geprägt durch die massiven Ausbuchtungen der Radkästen sowie die Form der sich nach hinten verjüngenden Seitenfenster. Hier kommen Designelemente zum Einsatz, die bei der Konkurrenz in diesem Segment – bisher auf jeden Fall – nicht zu finden sind.
Es wird interessant sein, wie das unkonventionelle Auftreten bei der europäischen Kundschaft ankommt. Für die Schweiz sind die Verantwortlichen zuversichtlich, denn die Erfahrungen hätten bisher gezeigt, dass das hiesige Publikum für aussergewöhnliche Formgebungen durchaus ansprechbar sei, heisst es beim Mazda-Importeur in Genf.

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Vom CX-7 rund 300 Autos in diesem Jahr

Varianten
Der Mazda CX-7 ist hierzulande in zwei Ausstattungsvarianten (Exklusive sowie Sport) erhältlich, zu Preisen von 43150 und 48100 Fr. Damit bewegt sich Mazda mit seinem neuesten Modell am unteren Rand der Premiumklasse und auf dem europäischen Markt in einem neuen Segment. Der in den USA erhältliche, grössere CX-9 ist nicht für den Export nach Europa vorgesehen, obwohl der Schweizer Importeur diesen Wagen gerne anbieten würde.

Schwieriges Umfeld
Wie Mazda-Schweiz Generaldirektor Jerome de Haan erklärt, befindet sich der Japan-Importeur, was den hiesigen Absatz betrifft, auf Kurs, trotz eines immer noch schwierigen Umfeldes. Vom CX-7 sollen dieses Jahr 300 Stück abgesetzt werden, nächstes Jahr rechnet de Haan mit 500 Autos. Für ein Nischenmodell sei dies eine beachtliche Zahl, wie er meint.

Auf Zielkurs
Was das Gesamtvolumen über alle Mazda-Modelle für 2007 betrifft, erwartet de Haan in der Schweiz einen Absatz von 7200 Fahrzeugen, was im Vorjahresvergleich ein Plus von 8% bedeuten würde. Zufrieden ist er mit dem Bestellungseingang des Mazda-3, der im Vergleich zu 2006 um 40% zugelegt hat.