Das Masken-Projekt von Michel Jordi nimmt Formen an. Nachdem die HZ im April von den Plänen des früheren Ethno-Uhrendesigners für eine Schweizer Schutzmaske berichtete, sei mittlerweile ein Prototyp produziert, sagt Jordi. «Wir sind daran die Masken zu testen und zertifizieren zu lassen.» Die Produktion, vollständig in der Schweiz, solle schon bald starten. «Im Herbst könnte die Maske auf dem Markt sein», so Jordi.

Zu diesem Zweck wurde Ende Mai die Swiss Protection Concepts AG gegründet, bei der nebst Jordi auch Rico Baldegger von der Hochschule für Wirtschaft in Freiburg eingetragen ist. Ein weiterer Partner des Projekts sei  Dominik Balli vom Beratungsunternehmen BAK. Zudem steht der Basler Epidemiologe Marcel Tanner dem Projekt beratend zur Seite, wie dieser gegenüber der HZ bestätigt. Er sei jedoch nicht finanziell oder anderwertig beteiligt, so Tanner.

«Meine Frau kommt aus Südkorea, mein Sohn lebt seit drei Jahren in Hong Kong», sagt Jordi. Dadurch habe er von Anfang an einen anderen Zugang zum Thema Masken gehabt. «In Asien versteht niemand, weshalb wir uns so schwer tun mit dem Thema.» Gleichzeitig störte sich Jordi an der Tatsache, dass hierzulande vor allem im Ausland produzierte Einwegmasken verwendet werden, die nach kurzer Zeit im Abfall landen. «Ein ökologisches Desaster.»

Die als «Maskit» gebrandeten Swiss-Made-Masken sollen einfach zu reinigen sein, sagt Jordi. Und: «Sie sind transparent, so dass man auch die Menschen erkennt.» Epidemiologe Tanner lobt speziell diese Transparenz. Es sei wichtig zu sehen, wer hinter einer Schutzmaske stecke. Etwa in Schulen, Altersheimen oder der Gastronomie. «Es freut mich, wenn die Krise für alle zu solchen wichtigen und nützlichen Innovationen führt.»

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Zeigen will Jordi den Prototypen noch nicht, zu gross ist die Angst vor Kopien. Derzeit sei man daran, die Infrastruktur aufzubauen. «Ab September, Oktober gehen wir dann in Produktion.»

Investoren werden noch nicht offengelegt

Wer finanziell hinter dem Projekt steht, will Jordi noch nicht offenlegen. Angst davor, zu spät zu kommen, hat er nicht. «Das Thema wird uns noch länger begleiten.» Zudem taugten seine Masken nicht nur als Schutz vor dem Coronavirus, sondern auch als Staub- und Pollenmaske.

Michel Jordi war mit seinen Produkten in den Neunzigerjahren ein Vorläufer des Swissness-Trends – und damit ganz erfolgreich. Der Boom hielt gut zehn Jahre. Nach der Jahrtausendwende entging Jordi nur knapp einem Konkurs. Ein zweiter Anlauf mit Luxus-Uhren war wenig erfolgreich. Dann wurde es ruhig um den gebürtigen Solothurner.