«Als Gottlieb Duttweiler Migros gründete, mischte er den Markt auf, indem er Zwischenhändler ausschaltete und deutlich tiefere Preise anbieten konnte»: Das sagt Andrea Broggini im Interview mit CNN Money Switzerland.

Für den Migros-Verwaltungsratspräsidenten ist diese Erinnerung deshalb wichtig, weil der Detailhandelsriese heute auf der anderen Seite der Disruption steht: Die Digitalisierung zwingt die ganze Branche zum Umdenken.

«Früher war Migros der Disruptor, heute werden wir aufgemischt», so der Tessiner Broggini. Als einen Hauptakteur in dieser Transformation erwähnt er den amerikanischen Konzern Amazon, den weltgrössten Onlinehändler. Wie schon Duttweiler bei der Migros-Gründung 1925 , so stosse auch Amazon-CEO Jeff Bezos bei der Expansion auf unterschiedliche Widerstände. Broggini bezeichnet deshalb Duttweiler als eine Art Jeff Bezos.

Der 61-jährige Broggini tritt nach sieben Jahren als Präsident des Migros-Verwaltungsrates 2019 zurück. Als Favoritin für den Job gilt Jeannine Pilloud, die ehemalige Nummer zwei der SBB. Ebenfalls Interesse am Posten angemeldet hat Ursula Nold. Die Chancen stehen also gut, dass Migros erstmals eine Frau als oberste Verwaltungsrätin bekommt – auch das eine kleine Disruption.

(iru)