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Interview
«Mit SAP erhöhen wir die Schlagzahl»

Hybris-Chef Carsten Thoma: «Es gab grosses Interesse von weiteren Software- und Internethäusern.» (Bild: ZVG)

Der deutsche Softwareriese aus Walldorf hat die Zuger Hybris geschluckt. Deren Firmenchef Carsten Thoma äussert sich zum Hintergrund, zu seiner Zukunft und zum Standort Schweiz.

Von Volker Strohm
am 07.06.2013

Sie arbeiten bereits seit längerem mit SAP zusammen: Wie sieht diese Zusammenarbeit konkret aus?
Carsten Thoma: Wir hatten seit Jahren eine produktive und erfolgreiche Beziehung zur SAP. Mehr als die Hälfte unserer Grosskunden, die sogenannten Enterprise-Kunden, betreiben ein Backoffice auf SAP-Basis. Unsere Schnittstellenerfahrung mit dem deutschen Konzern ist gross, industrieübergreifend und standardisiert.

Welche finanziellen Vorteile bringt der Deal?
Für das Unternehmen bedeutet der Deal eine weitere Beschleunigung des Wachstums bei noch stärkerer Innovationskraft.

Heisst etwas konkreter…
… mehr Geschwindigkeit für unsere Softwareplattform.

Welche Wettbewerbsvorteile sehen Sie dadurch?
Nebst der Nutzung der SAP-Produkte ist es sicher auch die Möglichkeit, auf die Bestandskundenbasis der Walldorfer zurückgreifen zu können. Zudem entstehen Synergien im Partnerkanal – und zwar weltweit.

Wie lange haben Sie mit SAP verhandelt?
Ich kann Ihnen keine konkrete Zahl nennen – nur so viel: Beide Parteien haben die Verhandlungen auf Grund des hohen, beidseitigen strategischen Mehrwertes zielgerichtet geführt und nun abgeschlossen.

War der deutsche Konzern der einzige Hybris-Interessent?
Nein. Es gab grosses Interesse von weiteren globalen Software- und Internethäusern.

Namen…
… kann ich Ihnen natürlich keine nennen.

Sie und Ihr Co-CEO Ariel Lüdi werden beide auch nach dem Deal an Bord bleiben. Wie wird Ihre künftige Funktion konkret aussehen?
Wir werden weiterhin die Hybris-Gruppe als unabhängige Geschäftseinheit führen – mit denselben Verantwortlichkeiten wie bis dato.

Ermöglicht die Transaktion einen Ausbau des Standortes Schweiz – oder wird künftig mehr zentralisiert?
Hybris ist seit vielen Jahren kontinuierlich stark an allen Standorten gewachsen. Durch die extrem hohen Synergien mit SAP wird das Wachstum weiter beschleunigt werden und dadurch auch der Standort Schweiz gestärkt.

Sie erwähnen die unabhängige Geschäftstätigkeit: Damit kurz- bis mittelfristig eine Komplett-Integration kein Thema?
Nein. E-Commerce ist ein wichtiges, strategisches Geschäftsfeld. Auf Grund der hohen Komplexität und Innovationsgeschwindigkeit in diesem Markt ist eine unabhängige Geschäftseinheit mit weitreichenden Synergien eine sinnvolle Lösung

Hybris ist ein weiteres Schweizer Technologie-KMU, das von einem internationalen Giganten übernommen wird. Gilt Ihre Unternehmensgrösse im internationalen Markt als nicht schlagkräftig genug?
Hybris war gut positioniert, um nachhaltiges Wachstum auch im Alleingang erzielen zu können. Aber mit SAP gemeinsam können wir die Schlagzahl und Reichweite gleichermassen erhöhen.

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