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Standardisierung
Modulare Wertschöpfung

Feldschlösschen in Rheinfelden ist seit über 100 Jahren die führende Brauerei in der Schweiz.

Als Antwort auf die zunehmenden Anforderungen in der Logistik setzen die Anbieter verstärkt auf Modularisierung. Damit soll der Zielkonflikt zwischen Effizienz und Flexibilität aufgel

Von Roberto Stefano
am 27.08.2014

Der boomende E-Commerce stellt die Unternehmen vor zunehmende Herausforderungen. Das Angebot in den Online-Shops ist breit, die Auswahl an Produkten mit jener in traditionellen Läden nicht zu vergleichen. Hinzu kommt häufig auch die Möglichkeit, dass sich die Kunden mit wenigen Klicks individuelle Artikel selber zusammenstellen können. Produkte deshalb in einzelne Module aufzuteilen und unterschiedliche Plattformen zu bilden, ist ein Trend, der in der industriellen Herstellung von kundenindividueller Massenproduktion, der sogenannten Mass Customi­zation, seit längerem anhält. In diesem ­Konzept sollen die Vorzüge der Massenproduktion genutzt und den Wünschen der Kunden nach Individualisierung soll Rechnung getragen werden.

Ein Lösungsansatz für die widersprüchlichen Anforderungen der Massenproduktion und der Individualisierung liegt in der Modularisierung. Damit soll der Zielkonflikt zwischen Effizienz und Flexibilität aufgelöst und eine nachhaltige Produktivitätssteigerung ermöglicht werden. Bereits wurde in Anlehnung an die Industrie 4.0, die als ein wesentliches Ziel die kundenindividuelle Massenproduk­tion hat, der Begriff der Modularisierung 4.0 eingeführt. Das Ziel dieses Konzeptes ist es, die Entwicklung eines effizienten und gleichzeitig flexiblen Produktions­systems zu ermöglichen. Dank der verstärkten Modularisierung sollen verborgene Potenziale gehoben werden. Dies sichert den Unternehmen im zunehmenden globalen Konkurrenzdruck wichtige Wettbewerbsvorteile.

Hier sind nun auch die Anbieter von Intralogistikdienstleistungen gefordert. Ihre Lösungen sollen flexibel sein, sich leicht den wechselnden Marktanforderungen anpassen und dennoch ein Höchstmass an Effizienz zulassen. Denn Systemintegratoren, Anlagenbauer und auch Endkunden müssen zunehmend unvorhersehbare Schwankungen beim Warendurchsatz sowie Änderungen bei den Auftragsstrukturen oder im Warensortiment bewältigen. Zudem sind die Firmen heute einer immer grösseren Anzahl kleinerer Einzelbestellungen ausgesetzt. «Die Kunst ist es, mit einem modularisierten Angebot die individuellen Wünsche der Kunden befriedigen zu können», sagt Swisslog-Chef Peter Hettich (siehe Interview Seite 43). Einen ersten Schritt dazu hat Interroll getan. Der Fördertechnikspezialist hat im Frühling eine modulare Fördererplattform lanciert als Antwort auf die Herausforderungen, die sich an heutige und zukünftige Mate­rialflusslösungen stellen. Nicht umsonst gilt die neue Plattform als die bedeutendste Einführung in ihrer Firmengeschichte.

 

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