Die Kunden der Migros Bank erhalten schon bald neue Kreditkarten. Bisher stammen diese vom Gemeinschaftsunternehmen Viseca, doch künftig tragen sie wohl mehrheitlich das Logo von Cembra, die auch die «Cumulus»- Gratiskreditkarte der Migros produziert. Noch im Dezember sprach die Migros Bank davon, dass die neue Karte nur eine «Ergänzung» des Angebots sei. Doch neue Aussagen von Cembra-CEO Robert Oudmayer lassen daran zweifeln. 

Die Karte werde im dritten oder vierten Quartal lanciert, sagte Oudmayer am Freitag an der Jahrespressekonferenz von Cembra. Anders als die heute von der Migros Bank vertriebene Viseca-Kreditkarte solle die Cembra-Karte für die Bankkunden kostenlos sein. Als Bonussystem komme Cumulus zur Anwendung. Es handle sich dabei um eine klassische Kreditkarte, und nicht etwa um eine Debit- oder Prepaid-Karte, hält Oudmayer fest.

Klumpenrisiko und Umsatzbringerin Migros

Die Migros-Bank-Karte ist die erste Karte, die Cembra zusammen mit einer Bank herausgibt. Bisher setzte das Zürcher Unternehmen ausschliesslich auf Kooperationen mit Detailhändlern und Vereinen wie dem TCS. Im Zentrum stand dabei die Zusammenarbeit mit der Migros.

Deren Cumulus-Kreditkarte bestimmt beinahe das ganze Kartengeschäft von Cembra. Einer Grafik zufolge dürften rund 80 Prozent der Ende Jahr 984'000 Kreditkarten über die Migros vertrieben werden. Die nun angegangene Zusammenarbeit mit der Migros Bank verstärkt die Abhängigkeit vom Detailhändler nun noch.

Cembra: Die meisten Karten laufen über die Migros

Cembra-Kreditkarten: Von den 984'000 Karten werden die meisten über die Migros vertrieben

Quelle: HZ/hec
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Für Cembra ist das Kartengeschäft wichtig, liefert es doch den grössten Teil des im vergangenen Jahr ausgewiesenen Wachstums. Im Kartengeschäft sei man mit 10 Prozent und somit doppelt so stark wie der Gesamtmarkt gewachsen, sagt Oudmayer. Netto verdiente Cembra 159,2 Millionen Franken – rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Nebst Kreditkarten vertreibt Cembra auch Kleinkredite und Automobil-Finanzierungen.

Migros Bank als Pilot für weitere Banken

Speziell an der neuen Kreditkarte für die Migros Bank ist auch, dass Cembra die Gelder nicht  selbst verwaltet, sondern lediglich die Abwicklung für die Migros Bank vornimmt. Die Assets lägen auf der Bilanz der Migros Bank, sagt der Cembra-CEO. Es handle sich somit um reines «Fee Business», was die eigene Bilanz schone.

Diese Art der Kooperation mit einer Bank könne durchaus zu einem Vorbild für andere werden, sagt Oudmayer. «Lassen Sie uns das mal auf den Markt bringen. Aber wenn das ein gutes Modell ist; warum sollten wir dann nicht expandieren?»