Über 50 Jahre waren die Robert Aebi AG, Regensdorf ZH –, früher Burgdorf BE – und Mercedes-Benz Unimog für die Schweizer Kunden eine feste Einheit. Mit Beginn des Jahres 2008 hat die Mercedes-Benz Schweiz AG in Schlie-ren alle Aktivitäten zu Verkauf und Service des Universal-Fahrzeugs aus dem weltgrössten Nutzfahrzeug-Konzern, der Stuttgarter Daimler AG, übernommen.

Pragmatischer Wechsel

Jürg Lüthi, Leiter Vertrieb Mercedes-Benz Lastwagen in der Schweiz, sieht den Standortwechsel von Aebi zu Mercedes-Benz direkt, ganz pragmatisch: «Wir vervollständigen unser umfassendes Nutzfahrzeugangebot mit Atego, Axor und Actros jetzt mit den drei Unimog-Baureihen Geräteträger U 20, Geräteträger U 300 – U 500 und den hochgeländegängigen Fahrzeugen U 3000 – U 5000.» Wesent-lichster Punkt der Neuerung des gesamten Übernahmevorgangs ist die verbundene erhebliche Ausweitung des Vertriebsnetzes. Denn mit dem Mercedes-Benz-Lastwagen-Vertriebsnetz in der Schweiz stehen den Kunden jetzt insgesamt 13 Standorte mit je einem Ver- käufer für Unimog und insgesamt 32 Servicestützpunkte zur Verfügung, gegenüber nur vier Vertriebsbüros zur Aebi-Zeit. «Das gibt uns die Chance, näher am Kunden zu sein», sagt Lüthi und verbindet diese Strategie mit der Erwartung, die Absatzzahlen in der Schweiz für den Unimog klar zu steigern.

Der Wechsel vom Generalvertreter Aebi zu Mercedes-Benz Schweiz beruht darauf, dass durch eine organisatorische Massnahme bei Aebi der Verkauf von Anbaugeräten weggefallen ist und damit für Aebi die Basis für den Vertrieb des Geräteträgers Unimog nicht mehr gegeben war. Doch keine Länderstrategie ohne konzernweite Gesamtstrategie des übergeordneten Produktbereichs Mercedes-Benz Sonderfahrzeuge. Seit der Verlagerung des früheren Produktbereichs Unimog von Gaggenau ins nahe gelegene rheinlandpfälzische Wörth hat sich vieles getan.

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Das gesamte Programm des heutigen Produktbereichs Sonder-fahrzeuge (dazu gehört neben den oben genannten Produkten auch noch die Sparte Militärfahrzeuge) wird nahezu ausschliesslich im grössten Lastwagenwerk der Welt, in Wörth am Rhein, gefertigt. Chef des Bereichs ist Martin Daum, der in Personalunion auch der Chef des Werkes Wörth ist. Die ihm nachgeordneten Funktionen weltweiter Vertrieb und Technik/Entwicklung/Produktion sind ebenfalls in Wörth ansässig. Somit ist dort, bei so viel Synergie und Gemeinsamkeit wie möglich und so viel Eigenständigkeit wie notwendig, ein in der Zwischenzeit erfolgreicher Produktbereich gewachsen.

In diesem Jahr dürften allein rund 4000 Einheiten Unimog und Econic auf der gemeinsamen Produktionslinie gefertigt werden. Dabei zeigt sich auch, dass die Auftragseingänge aus dem Kommunalbereich in gewissem Sinne antizyklisch verlaufen und noch keine so exorbitanten Bremsspuren hinlegen wie sie bei allen Herstellern im Nutzfahrzeug-Sektor zu verzeichnen sind. Diese Entwicklung wird beispielsweise auch im Linienbusgeschäft bestätigt, wo ebenfalls immer noch eine starke Nachfrage registriert werden kann.

Drei Baureihen Unimog

Doch der Produktbereich Sonderfahrzeuge hat mit seinem Unimog-Produktprogramm auch gute Voraussetzungen für die Zukunft geschaffen. Drei Unimog-Baureihen von 7,5 t bis 16 t mit Motorisierungen von 150 bis 286 PS gibt es heute. Die Anwender – in der Schweiz überwiegt der kommunale Bereich – finden für jeden Geräteanbau und Einsatzzweck das richtige Fahrzeug. Und mit der Einführung des kleinen Geräteträgers U 20 ist die Angebotspalette nach unten für kleinere Gemeinde und Landschaftsbaubetriebe erweitert worden.