Zum 175-jährigen Jubiläum peppt die Familie Brenninkmeijer das Auftreten des Modehändlers C&A auf. Zum ersten Mal in der Geschichte der Textilhandelskette verschwindet die Farbe Blau aus dem Logo, wie ein Eintrag im Schweizer Markenregister zeigt.

Das Unternehmen bestätigt den neuen Look. «C&A hat sein Logo im Rahmen einer grösser angelegten Überarbeitung seiner Brand Identity weiterentwickelt», sagt Thorsten Rolfes, Kommunikationschef für die Region Europa. «Unser neuer Look vermittelt, wofür wir als Marke stehen wollen – er ist jünger, frischer, moderner.»

175 Jahre Brenninkmeijer

Das neue Kleid der deutsch-niederländischen Handelskette ist damit auf die Schweizer Nationalfarben Rot und Weiss reduziert. Das Rot unterscheidet sich aber von der Schweizer Flagge. Es ist dunkler, weniger erdbeerfarben, eher weinfarben. Die Schriftart bleibt unverändert.

Als Lizenznehmer ist die in Zug domizilierte Cofra-Gruppe eingetragen. Sie gehört zum Brenninkmeijer-Familienimperium, dessen Grundstein die Brüder Clemens und August im Jahre 1841 gelegt haben – daher der Name «C&A». Seinerzeit eröffneten die beiden Händler den ersten Laden in der Stadt Sneek, im Norden der Niederlande, Provinz Friesland. Seither laufen alle Fäden bei der Familie zusammen. Sie leiten die Textilgruppe mittlerweile in der sechsten Generation, gelten als verschwiegen, ein bisschen verschroben und streng katholisch. Über 1000 Mitglieder soll die Grossfamilie heute zählen, darunter 68 Anteilseigner mit einem geschätzten Vermögen von 25 Milliarden Euro.

100 Filialen in der Schweiz

Das Familienimperium erstreckt sich über ganz Europa, Brasilien, Mexiko und China. Neben dem Textilbereich gehören seit den 1990er-Jahren auch Immobilien und Beteiligungsgesellschaften zu den Aktionsfeldern. In der Schweiz gab es 2015 100 C&A-Filialen, wie eine Untersuchung von GfK Switzerland zeigt. Die Häuser erwirtschafteten einen Umsatz von 471 Millionen Franken. Nur der Warenhauskonzern Manor und der schwedische Gigant H&M verkauften im letzten Jahr mehr Kleider.

Der Umsatz entwickelte sich zuletzt stark negativ. Bei gleichbleibender Filialzahl schrumpften die Einnahmen um fast zehn Prozent. Der stationäre Markt ist aber allgemein im Kriechgang. Selbst Leader H&M verlor zwei Prozent, obwohl drei Filialen eröffnet wurden.

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Oviesse übernommen

Den letzten grossen Umsatzsprung nach oben machte C&A vor über zehn Jahren. Seinerzeit übernahm die Kleiderkette den Grossteil der Oviesse-Filialen in der Schweiz. Die italienische Marke wurde vorher von Globus geführt.

Oviesse steht aber vor einem Comeback im Schweizer Markt. Im September verkündeten die Italiener, dass sie Charles Vögele übernehmen möchten. Kaufpreis: 56 Millionen Franken. Der Charles Vögele-Verwaltungsrat unterstützt das Angebot und empfiehlt es einstimmig zur Annahme. Die Angebotsfrist läuft seit dem 20. Oktober und endet voraussichtlich am 16. November 2016.