Bis zu 1400 Angestellte verlieren hierzulande ihren Job bei Novartis: Das teilt der Pharmakonzern am Dienstag seinen Mitarbeitenden mit. In den nächsten drei Jahren sollen mehr als 10 Prozent der derzeit 11’600 Stellen abgebaut werden.

Betroffen sind alle Standorte, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt und wie Novartis auf Anfrage bestätigt. Am meisten Stellen werden aber am Hauptsitz in Basel abgebaut: Rund 600 Stellen in der zentralen Verwaltung auf dem Campus würden entfallen, wie es weiter heisst.

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Im Pharmabereich verlieren rund 250 Menschen im Marketing und im Produktmanagement ihren Job. Betroffen ist hier neben Basel auch der Standort Rotkreuz im Kanton Zug.

Weitere rund 550 Jobs werden im operativen Bereich hierzulande gestrichen. Stellen in der IT, Beschaffung, Qualitätskontrolle sowie in der globalen Verwaltung der Produktion sind an den Standorten Basel, Schweizerhalle sowie Stein im Aargau betroffen

Weltweit will Novartis weitere 8000 seiner insgesamt 108’000 Jobs kappen. Hinter der Massenentlassung steht die Zusammenführung bislang getrennter Konzernteile. Dadurch sollen Einsparungen von 1 Milliarde Dollar gemacht werden und soll auch eine klarere Strategie entstehen.  

Faire Behandlung der betroffenen Novartis-Mitarbeitenden

«Wir sind uns der Auswirkungen dieser Veränderungen auf unsere Mitarbeitenden bewusst und werden sicherstellen, dass wir alle Anforderungen hinsichtlich ihrer Konsultation erfüllen, gegebenenfalls über Vertretungsgremien», heisst es vonseiten der Medienstelle auf Anfrage.

Man werde alle betroffenen Mitarbeitenden auf faire und transparente Weise behandeln. Zudem werde mit allen Mitarbeitenden individuell zusammengearbeitet. 

Ein Sozialplan steht bereits: Dieser umfasst Stellenvermittlung, Unterstützung durch ein Career Center, durch Bestplacement und Entwicklungsaktivitäten. «Ziel dieser Massnahmen ist, die internen und externen Beschäftigungschancen der Mitarbeitenden zu verbessern.»

Weitere Informationen will Novartis noch nicht geben. In den kommenden Wochen werde über den Fortgang des Prozesses informiert, heisst es weiter.

Novartis verlegt bestimmte Stellen auch ins Ausland

Ein Teil der Stellen wandert ins Ausland, etwa nach Prag oder ins indische Hyderabad. Allerdings gehe es dabei nicht allein um die Auslagerung von Schweizer Stellen in günstigere Länder – viele Jobs entfallen ganz. 

Denn Novartis legt die Einheit für Krebsmedikamente mit derjenigen für allgemeine neue Arzneien zusammen. Dabei hatten beide Sparten eigene Rechtsdienste, Personalabteilungen, Marketing und Vertrieb. Durch die Zusammenlegung werden viele Stellen überflüssig.

Eine wichtige Rolle in der gestrafften Struktur spielt die Novartis-Managerin Marie-France Tschudin. Sie steigt, wie schon im Frühjahr bekannt wurde, zur Chefin der zusammengeführten Sparten auf. 

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