Wenn ein Bauherr, Architekt oder Generalunternehmer ein neues Projekt durchzieht, hat er verschiedene Aufgaben zu bewältigen: Zuerst sucht er jene Anbieter zusammen, die ihm ihre Bau- und Planungsleistungen anbieten, holt Offerten ein, vergleicht diese und wählt aus. In einer späteren Phase geht es darum, Änderungen an den Plänen anzubringen, diese allen Beteiligten zu kommunizieren und die entsprechenden Unterlagen zu modifizieren. Ein Prozess, bei dem kostbare Zeit verstreicht, da er mit verschieden Ansprechpartnern und firmenübergreifend durchgeführt werden muss.

Das brachte das KMU Olmero – der Name leitet sich aus den Initialen der Vornamen der beiden Unternehmensgründer Oliver Behnen und Markus Schulte ab – auf die Idee, alle diese Prozesse mit Hilfe von Internetplattformen zu strukturieren.

Alles geht via Homepage

Was sich trivial anhört, wird in Wirklichkeit von komplizierten Projekt-Plattformen geleistet, die von den Benutzern einfach bedient werden können. «Von unseren Dienstleistungen profitieren sämtliche am Bau Beteiligten – wie Planer, Unternehmer oder Bauzulieferer», sagt Schulte. Über die Homepage www.renovero.ch können auch Private Aufträge für das Streichen von Zimmern oder die Gartengestaltung koordinieren.
Die Auftraggeber platzieren ihre Anfragen auf der sogenannten Ausschreibungsplattform. Dabei laden sie die am System angeschlossenen Handwerker zur Teilnahme ein und überprüfen anschliessend deren Interesse. Die Handwerker können ihre Offerten direkt am Bildschirm erstellen und online einreichen.
Sobald ein Projekt anläuft, sind alle an einem Bauvorhaben Beteiligten jederzeit auf dem neuesten Stand. Sie erhalten einen individuellen Zugriff auf die für sie wichtigen Daten und Dokumente. Jegliche von der Bauherrschaft oder einem anderen Auftraggeber gewünschte Änderung wird sofort kommuniziert und die Historie der einzelnen Unterlagen dokumentiert. «Dadurch stehen die im Projektverlauf zusammengetragenen Informationen überdies auch noch für die spätere Gebäudebewirtschaftung zur Verfügung», nennt Schulte einen weiteren Vorteil dieser Methode.
Mit weiteren Funktionen können Plandetails betrachtet und mit Bemerkungen versehen werden. So muss bei Detailveränderungen zur Kontrolle kein teurer Plandruck bestellt werden. Es hat sich gemäss Olmero gezeigt, dass allein bei Plot- und Reprokosten bis zu 30% eingespart werden können.
Seit der Gründung im Jahre 2000 wurden über 30000 solche internetbasierten Ausschreibungen abgewickelt. Darunter sind auch bekannte Beispiele wie das derzeit im Bau befindliche Stadion Sankt. Gallen, das Einkaufszentrum Sihlcity in Zürich oder der neue Hauptsitz des Weltfussballverbandes Fifa. Derzeit werden in der Schweiz mehr als 130 Projekte auf diese Weise abgewickelt. Die einzelnen Volumen liegen zwischen 3, 5 und 700 Mio Fr., wobei das St.Galler Stadion mit Kosten von rund 350 Mio Fr. eine der bedeutendsten Baustellen ist. Bei den beiden grossen Schweizer Generalunternehmen Implenia und Karl Steiner kommt das System mittlerweile bei vielen Projekten zum Einsatz.

Modulartige Funktionen

Durch den modularen Aufbau kann es den einzelnen Vorgaben sowie den individuellen Wünschen des Auftraggebers rasch angepasst werden. Auf Wunsch lassen sich jederzeit weitere Module hinzufügen, um etwa Nachtrags- oder Mängelmanagement-Funktionen effizienter ausüben zu können. «Unsere Produkte kommen bei Projekten aller Grössenordnungen zum Einsatz», betont Markus Schulte mehrmals. Ihm ist klar, dass vor allem die «grossen Brocken» in den Medien Beachtung finden. «Aber der Standardanwendungsfall dürfte für die breiteÖffentlichkeit wohl noch mehr von Interesse sein.»

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FIRMENPROFIL

Name: Olmero AG,
Glattbrugg ZH
Gründung: 2000
Führung: Oliver Behnen und Markus Schulte
Umsatz: Rund 8 Mio Fr.
Beschäftigte: 60
Produkte: Internetplattform für das Abwickeln von Bauaufträgen
Internet: www.olmero.ch