Am Donnerstagabend zwischen 21:05 und 22:00 Uhr waren Ricardo.ch und Autoricardo.ch nur teilweise erreichbar. Auslöser hierfür war ein externer sogenannter DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) auf die Plattform, der das Ziel verfolgte, die Webseite zu sabotieren. Dies führte dazu, dass die Verlängerung und das Kaufen von Auktionen und Festpreisangeboten verhindert wurden, informierte die Firma betroffene Kunden.

Es war nicht der erste Angriff dieser Art: Mindestens vier Schweizer Online-Shops sind am Wochenende (13./14. März) und am Montag zum Teil während Stunden nicht zu erreichen gewesen. Es handelte sich um Digitec und Galaxus sowie um Interdiscount und Microspot. Im Gegensatz zu ihnen war Ricardo am Donnerstag nur kurze Zeit gelähmt. Kunden, die wegen der Attacke ihre Auktionen am Donnerstag nicht wunschgemäss verkaufen oder kaufen konnten, können sich beim Auktionshaus melden.

Offenbar waren die Probleme bei Ricardo aber doch grösser, als zuerst vermutet. Auch am Freitagabend und Samstagmorgen bis gegen 11 Uhr war die Webseite nicht erreichbar.

Marktführer in der Schweiz

Am Donnerstag-Vormittag war bereits ein Hackerangriff auf Tausende persönliche E-Mail-Konten von Schweizern bekannt geworden. Die Meldestelle Melani hat eine Liste mit betroffenen Accounts erhalten und ein Online-Tool eingerichtet, mit dem Nutzer ihre Adressen überprüfen können.

Ricardo.ch ist Marktführer in der Schweiz. 2013 handelten 2,3 Millionen Mitglieder Waren im Wert von 660 Millionen Schweizer Franken. Am 10. Februar 2015 wurde die Übernahme der Ricardo-Gruppe durch den Medienkonzern Tamedia bekanntgegeben.