Der Umsatz der Gruppe stieg im ersten Halbjahr um 38 Prozent auf 225,7 Millionen Franken, wie die Gesellschaft des ägyptischen Investors Samih Sawiris am Dienstag mitteilte. Der bereinigte EBITDA, bei dem Währungseinflüsse, Sondereffekte und Wertberichtigungen ausgeklammert sind, konnte gegenüber der von den Lockdowns geprägten Vorjahresperiode auf 58,0 Millionen Franken mehr als verdoppelt werden an.

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Unter dem Strich resultierte nach Abzug der Minderheiten aber erneut ein Verlust von 5,0 Millionen. Im Vorjahr hatte Orascom noch einen Fehlbetrag von 17,1 Millionen Franken eingefahren.

Immobiliensegment legt zu

Die starke Umsatzentwicklung ist in erster Linie auf die Immobiliensparte zurückzuführen, bei der die Nettoverkäufe um 45 Prozent auf 278 Millionen Franken zulegten. So wurden insbesondere an der Flaggschiff-Destination El Gouna in Ägypten deutlich mehr Wohnungen und Häuser verkauft. Stark angestiegen sind auch die Verkäufe im omanischen Jebel Sifah und im montenegrinischen Lustica Bay.

Das Interesse an den Immobilien scheint dabei kaum abzuflauen. So beziffert Orascom DH den zurückgestellten Verkaufsumsatz - also Einnahmen, die bis 2025 umsatzwirksam werden - auf 668 Millionen Franken. Das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr.

Hotelbetrieb nach wie vor eingeschränkt

Weiterhin gedrückt zeigt sich dagegen das Hotelgeschäft, wo die Erträge um 28 Prozent auf 27 Millionen zurückgingen. Aufgrund der anhaltenden Reisebeschränkungen sind die verschiedenen Hotels nur teilweise geöffnet. Dank einer strikten Kostenkontrolle hätten sich die operativen Verluste mit 2,2 Millionen Franken jedoch in engen Grenzen gehalten, schrieb Orascom.

Das Segment «Town-Management» schliesslich, das Dienstleistungen an den verschiedenen Destinationen umfasst, trug 28 Millionen zum Umsatz bei. Dies sind rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Hoffnung auf Impfprogramme

Einen Ausblick auf das laufende Jahr gibt das Management aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten weiterhin nicht ab. Mit dem Anlaufen der Impfprogramme habe sich die Lage im Hotelgeschäft im zweiten Quartal aber leicht verbessert, heisst es. Belebung verspricht sich die Gruppe unter anderem von der Rückkehr der russischen Touristen nach Ägypten, zumal die fünf Jahre geltenden Reisebeschränkungen per Anfang August aufgehoben wurden.

Im Immobiliengeschäft sollen die Bauarbeiten in der zweiten Jahreshälfte beschleunigt und die Erträge im Gesamtjahr gesteigert werden. Mit einem Cash-Bestand von 216 Millionen Franken per Ende Juni (Ende 2020: 196 Millionen) sieht sich die Gesellschaft gut gerüstet, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern.

Keine Neuigkeiten gibt es bezüglich der Anfang August bekannt gewordenen Forderung des ägyptischen Umweltministeriums über 33,9 Millionen US-Dollar. Das Ministerium habe seither keine erläuternden Informationen geliefert und auch keine Fragen der Gesellschaft zur Forderung beantwortet, schreibt Orascom dazu.

(awp/tdr)