Der Trend ist eindeutig. Immer mehr europäische Unternehmen verlegen beziehungsweise verlegten ihre Produktion in Richtung Osten. Dies deshalb, weil in den osteuropäischen Staaten und vor allem in Asien, speziell in China und Indien, die Produktionskosten erheblich tiefer liegen. In den letzten Jahren wurden hunderttausende von Arbeitsplätzen in Westeuropa abgebaut und entweder verlagert oder ganz aufgegeben. Dieser Auszug aus (West-)Europa hat teilweise gravierende Folgen auf die lokale Wirtschaft und kann, auf längere Sicht betrachtet, nicht die alleinige Lösung sein. Die europäische Industrie muss Mittel und Wege finden, damit Europa auch in Zukunft ein attraktiver Produktionsstandort bleibt. Europa ist heute ein Synonym für hochwertige Industriegüter, für modernste Technologien (Nano- und Biotechnologie), aber auch für anspruchsvolle Dienstleistungen. Tätigkeiten, die ein umfassendes Know-how voraussetzen und die nur schwer kopierbar sind. Stärken also, die auch in Zukunft umfassend genutzt werden müssen.

Logistik als Schlüsselfaktor

Die Erhaltung Europas als Produktionsstandort setzen angesichts der eher hohen Lebenshaltungskosten eine äusserst rationelle Produktion und effiziente Transportwege voraus. Mit einer optimalen Logistik kann ein substanzieller Beitrag zur Erhaltung von Arbeitsplätzen geleistet werden. Die Senkung der Logistikkosten führt zu einer verbesserten Gesamtrendite des Unternehmens. Eine effizientere Supply Chain (SC) ermöglicht eine verbesserte Transparenz und führt zu einer Beschleunigung der Durchlaufzeiten, was wiederum die Schaffung von Mehrwert zur Folge hat. Die Steuerung des Warenflusses ist jedoch nur einer von drei Erfolgsfaktoren beim Supply Chain Management. Von ebenso grosser Bedeutung sind die beiden anderen Faktoren, der Informationsfluss und der Wertfluss. Hier sprechen wir von SC-strukturierter IT, von Cash Management und von Working Capital Management (WCM). Namentlich WCM kann massgeblich zur Generierung von Werten in der Logistik beitragen. Dazu kommt, dass mit einer optimalen Logistik – und dies ist keineswegs zu vernachlässigen – ein positiver Beitrag zur Umweltentlastung geleistet wird. Nach den Worten von Alexander Bauer, Chairman der 4PL Central Station AG, Basel, ist es absolut möglich, mit einer effizienten Logistik – realisiert durch einen 4PL-Provider – Europa auch in Zukunft als Produktionsstandort zu erhalten. Auch dürfe man nicht übersehen, so Alexander Bauer, dass die EU mit ihren 490 Mio Einwohnern
die drittgrösste Bevölkerungszahl nach China und Indien aufweise und diesbezüglich mehr zu bieten habe als etwa die USA mit ihren 300 Mio Menschen. Was Europa aber besonders attraktiv mache, sei, so Bauer, «die im Vergleich zu den USA und China grössere Kompaktheit mit 150 Einwohnern pro Quadratkilometer – eine Konsumentendichte, welche die Transportwege verkürzt und insgesamt zu einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis führt».
Langfristig betrachtet muss die Frage gestellt werden, wie lange der Outsourcing-Boom Richtung Osten noch andauern wird. Die heutigen Zukunftsmärkte, wie die osteuropäischen Länder oder die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) werden in den kommenden Jahren zwar weiterhin ein starkes inneres Wachstum aufweisen, parallel dazu werden auch die Produktionskosten in diesen Ländern ansteigen. Mit anderen Worten, in diesen Regionen wird es in 20 Jahren auch nicht mehr möglich sein, erheblich billiger im Vergleich zu Europa zu produzieren. Die Entwicklung Japans hat dies klar aufgezeigt. «Wir müssen die europäischen Märkte in Zukunft attraktiv erhalten, es muss auch in 10 oder 20 Jahren noch möglich sein, Erzeugnisse in Europa herstellen zu können,» unterstreicht Alexander Bauer. Dazu kann eine rationelle Logistik entscheidend beitragen. Allerdings schränkt er ein, dass in etlichen Bereichen die Kosten auch in Zukunft steigen werden. «Beim Transport können wir heute kaum noch Kosten in wesentlichem Ausmass einsparen», bemerkt Bauer. Dasselbe gilt für die Lohnentwicklung in Europa. Aber auch immer mehr Vorschriften punkto Sicherheit und Einsatzzeiten der Transportmittel (längere Ruhepausen für Chauffeure z.B.) oder höhere Umweltauflagen sorgen für steigende Kosten.
Mit einer stärkeren Bündelung der Transporte oder mit der Realisierung kürzerer Wege zwischen Produktion und Endverbraucher beziehungsweise zwischen Zulieferer und Hersteller, aber auch mit kürzeren Durchlaufzeiten innerhalb der Produktion, können die Kosten des Supply Chain Management in Zukunft weiter gesenkt werden. Das Kunststück dabei besteht darin, auf einem nur moderat ausgebauten Verkehrsnetz ein steigendes Gütervolumen zu bewegen. Alexander Bauer will deshalb eine Einkaufsgesellschaft für logistische Dienstleistungen unter dem Namen 4HPL gründen, die auf der Basis eines Joint Venture zwischen der 4PL Central Station Group und einer deutschen Einkaufsgesellschaft am internationalen Markt tätig werden soll. Laut Bauer will das neue Unternehmen einen Jahresumsatz von 500 Mio Fr. generieren. Zweck dieser Gesellschaft soll es sein, durch den neutralen Einkauf von Logistikdienstleistungen Synergieeffekte innerhalb der Supply Chains zu nutzen, spezifische Dienstleistungen gezielter als bisher einzukaufen und diese an ihre Kunden weiterzuvermitteln. 4HPL soll am Markt als absolut neutraler Mittler auftreten.

Schwerpunkt «innere Logistik»

Die physischen Transporte müssen in Zukunft weiter optimiert werden, um den Produktionsstandort Westeuropa auch in Zukunft zu erhalten. Allerdings noch wichtiger als die externe Logistik ist die Optimierung der unternehmensinternen Logistik, konkret die Abläufe innerhalb der Produktion, beginnend mit dem Einkauf, die Zwischenlagerung von Halbfabrikaten sowie die rechtzeitige Belieferung durch externe Zulieferer. Lagerbestände bilden einen entscheidenden Anteil am Umlaufvermögen. Statt isolierte Lagerbestände auf einzelnen Stufen abzubauen, sollte die Lagersituation über die gesamte Supply Chain optimiert werden. Dies erfordert den Einsatz von erprobten Analysemethoden und KPIs. Heute betragen die Logistikkosten in vielen Unternehmen noch immer zwischen 18 und 25%, dies hängt auch von der Firmengrösse und der Branchenzugehörigkeit ab. Kann dieser Kostenanteil deutlich gesenkt werden, trägt dies zur Verbesserung der Ertragslage des Unternehmens bei.
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www.4plcentralstation.com

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