Zusätzlichen Schub verlieh die Übernahme der Bichsel Gruppe. Auf der Ergebnisseite wurden die Prognosen angehoben.

Der Gruppenumsatz nahm 2019 um 4,3 Prozent auf 3,30 Milliarden Franken zu, wie es in der Mitteilung vom Dienstag hiess. Analysten hatten im Vorfeld mit einem geringeren Anstieg auf 3,25 Milliarden Franken gerechnet. Galenica selber setzte sich ein Wachstum von 1 bis 3 Prozent zum Ziel.

Der grössere der beiden Geschäftsbereiche Services, der vor allem Logistikleistungen für den Schweizer Gesundheitsmarkt beinhaltet, steuerte 2,44 Milliarden Franken zum Umsatz bei. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von 2,9 Prozent.

Im zweiten Bereich Health&Beauty stieg der Umsatz um 6,3 Prozent auf 1,62 Milliarden Franken. Stark gewachsen sind die Verkäufe von Produkten und Marken wie Antibrumm, Algifor oder Triofan. Zudem erweiterte Galenica das Apothekennetz und kaufte im Mai eine Mehrheit an der auf Dienstleistungen für Heimpatienten (Home Care) spezialisierten Bichsel Gruppe aus Interlaken.

Prognose erhöht

Die detaillierten Ergebnisse will Galenica am 10. März veröffentlichen. Das Ziel zum operativen Ergebnis 2019 hat das Management aufgrund der guten Umsatzentwicklung indes erhöht. Der Betriebsgewinn soll um Sonderfaktoren bereinigt um 7 bis 9 Prozent ansteigen. Zuvor wurde ein Plus von 5 bis 7 Prozent erwartet.

Die Aktionäre sollen derweil weiterhin von hohen Ausschüttungen profitieren. Im laufenden Jahr will Galenica mindestens so viel Dividende wie im letzten Jahr bezahlen. Damals waren es 1,70 Franken je Aktie.

Zudem wird ab Anfang April bei Galenica Marc Werner das Heft in die Hand nehmen. Er löst Firmenchef Jean-Claude Clemençon ab, der in den vorzeitigen Ruhestand treten wird. Das hatte Galenica bereits Ende Oktober angekündigt. Der Marketingspezialist Werner wechselt von der Swisscom zu Galenica.

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Pascale Bruderer für den VR

Der Verwaltungsrat des Apotheken- und Gesundheitskonzerns Galenica soll in diesem Jahr einen prominenten Zuzug erhalten. An der Generalversammlung vom 19. Mai wird den Galenica-Aktionären die Wahl der ehemaligen SP-Ständerätin Pascale Bruderer vorgeschlagen, wie Galenica am Dienstag mitteilte. Sie soll das abtretende Galenica-Urgestein Fritz Hirsbrunner ersetzen.

Mit Bruderer gewinnt Galenica eine Persönlichkeit für den Verwaltungsrat, die mit den Abläufen in Bundesbern und auch mit dem Schweizer Gesundheitssystem bestens vertraut ist. In den Jahren 2002 bis 2011 politisierte sie für die SP im Nationalrat, ehe sie 2011 in den Ständerat gewählt wurde. Im vergangenen Dezember trat die Aargauerin von der politischen Bühne ab.

Als langjähriges Mitglied in der Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit habe Bruderer unter anderem in der Gesundheitspolitik politische Schwerpunkte gesetzt, schreibt Galenica. Sie könne in diesem Bereich «wichtiges ergänzendes Wissen» in den Verwaltungsrat tragen. Heute sitzt Bruderer bereits im Verwaltungsrat der Mobiliar und der Messebetreiberin Bernexpo. Zudem ist für die Wahl in den Verwaltungsrat der TX Group nominiert.

Bei Galenica soll Bruderer den im Verwaltungsrat frei werdenden Platz von Fritz Hirsbrunner besetzen. Hirsbrunner habe sich nach über 40 Jahren Tätigkeit in der Gruppe dazu entschieden, sich nicht mehr zur Wahl zu stellen, hiess es. Er war bei Galenica in all den Jahren in verschiedenen Funktionen tätig, ehe er 2014 von der Geschäftsleitung in den Verwaltungsrat wechselte. Hirsbrunner war unter anderem während einiger Jahre Finanzchef.

(awp/tdr)