Der Personalvermittler Adecco kämpft weiterhin mit schwierigen Bedingungen in Europa, zeigt sich aber zufrieden mit der Entwicklung in Nordamerika und den aufstrebenden Märkten. Vor allem im Hauptmarkt Frankreich büsste er im ersten Quartal 2012 deutlich an Volumen ein, will sich dort aber auf die Profitabilität fokussieren.

Dank weiterhin strikter Kostenkontrolle konnten die Margen insgesamt verbessert werden. Für die Zukunft sieht sich der Konzern weiterhin gut aufgestellt und bestätigt entsprechend den mittelfristigen Zielwert für die Ebita-Marge.

Der Umsatz stieg in der Berichtsperiode dank Akquisitionen um zwei Prozent auf 5,04 Milliarden Euro, auf organischer Basis entspricht dies aber einem leichten Rückgang von einem Prozent. Im Gesamtjahr 2011 war Adecco organisch noch zehn Prozent gewachsen, mit allerdings stark abnehmenden Quartalsraten bzw. noch drei Prozent im vierten Quartal. Die Bruttomarge stieg in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahresquartal um 80 Basispunkte (BP) auf 18,2 Prozent - organisch waren es +40 Basispunkte, wie das Unternehmen mitteilte.

Schwache Zahlen aus Frankreich

Der Konzern lege weiterhin den Fokus auf strikte Kostenkontrolle, die Kosten (SG&A) hätten sich entsprechend - auf organischer Basis und vor Einmalkosten - flach entwickelt, heisst es dazu. Die operative Marge (Ebita) vor Integrations- und Restrukturierungskosten stieg im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 20 Basispunkte auf 3,8 Prozent, der Ebita selbst erreichte 193 Millionen Euro (+11 Prozent) vor, beziehungsweise 182 Millionen Euro (+6 Prozent) nach Einmalkosten. Beim Reingewinn ergab sich ein Plus von 12 Prozent auf 112 Millionen Euro zu. Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Analysten-Schätzungen vor allem auf Gewinnstufe übertroffen.

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«Wir sind gut ins Jahr 2012 gestartet mit einem Umsatzniveau fast wie im Vorjahr. Dies ist ein solides Resultat angesichts des Gegenwindes, den wir in Europa spüren,» wird CEO Patrick De Maeseneire in der Mitteilung zitiert. In Nordamerika sei man weiterhin gut unterwegs, und auch in den Emerging Markets sei man auf einem soliden Wachstumspfad verblieben.

Schwach entwickelte sich Adecco im wichtigsten Markt Frankreich. Dort nahm der Umsatz in der Berichtsperiode um zehn Prozent ab und erreichte 1,27 Milliarden Euro, das operative Ergebnis sank gar um 26 Prozent auf 27 Millionen Euro. Hier liege der Fokus weiter auf der Profitabilität, heisst es.

Angesichts des Wirtschaftsausblick gibt sich Adecco überzeugt, die richtigen Massnahmen ergriffen zu haben. Die angestrebte Zusammenführung der beiden Netzwerke von Adecco und Adia in Frankreich unter dem Adecco-Brand sei auf Kurs, die Gespräche mit den Gewerkschaften gingen wie erwartet voran. Die zu früherem Zeitpunkt für die Zusammenführung genannten Kosten von 45 Millionen Euro werden bestätigt.

Zukunft: Verhalten optimistisch

Neben Frankreich harzen vor allem die südeuropäischen Märkte. So fiel der Umsatz etwa in Italien um zwei Prozent und auf der iberischen Halbinsel gar um neun Prozent. Sehr zufrieden gibt sich Adecco dagegen mit der Entwicklung in Deutschland und Österreich (+12 Prozent), wo man Marktanteile bei guten Margen gewonnen habe.

In der Region Nordamerika stieg der Umsatz zu konstanten Währungen um ein Prozent. Während der traditionelle Temporärbereich um drei Prozent zugelegt hat, entwickelte sich der Fachkräfte-Bereich flach. Er werde weiterhin vor allem vom IT-Bereich zurückgehalten, heisst es.

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Bezüglich der weiteren Aussichten gibt sich der Konzern verhalten optimistisch. Im Monat März resultierte auf organischer Basis und um die Anzahl Geschäftstage angepasst ein Umsatzrückgang von einem Prozent. Der April habe sich einen Hauch schwächer als der März entwickelt, schreibt Adecco im Ausblick. Nordamerika habe sich dabei weiter gut entwickelt, während sich die Situation in Frankreich ähnlich wie im ersten Quartal präsentiert habe. Mit den Erstquartalszahlen bekräftigte Adecco erneut die mittelfristige Zielsetzung wonach eine Ebita-Marge von über 5,5 Prozent erzielt werden soll.

Die Gesellschaft gibt sich weiter überzeugt, dass sich der eigene Geschäftsmix in die richtige Richtung entwickle. Die erzielte Margen-Verbesserung im ersten Quartal sei stark gewesen und lege Beweis für die disziplinierte Preissetzung und Kostenkontrolle. Die Kosten dürften sich im zweiten Quartal organisch und vor Einmaleffekten in etwa im Rahmen des ersten Jahresviertels bewegen, so die Mitteilung weiter. Vorbörslich legt die Aktie über drei Prozent zu.

(muv/chb/sda/awp)