Die Credit Suisse macht vorwärts mit dem Umbau der Konzernstrukturen. Am 21. Februar hat sie zwei Tochtergesellschaften für das Schweizer Asset Management gegründet, wie aus dem Handelsregister hervor geht. In einer der beiden sitzen zwei bekannte, neue Verwaltungsräte.

Präsident der frisch gegründeten Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG ist Bruno Pfister, der bis Sommer 2014 Chef des Lebensversicherers Swiss Life war. Für Pfister ist der Job bei der CS bereits das zweite Bankenmandat. Seit ein paar Jahren ist er Präsident der Rothschild Bank in Zürich.

Keine Interessenskonflikte

Interessenskonflikte gebe es dabei keine, sagt ein Sprecher von Rothschild. «Der Entscheid, dass Bruno Pfister diese neue Aufgabe übernimmt, wurde selbstverständlich mit beiden Unternehmen abgesprochen.» Es stünden denn auch keine Veränderungen auf Seite von Rothschild an. Auch die CS lässt ausrichten, dass man keine Interessenkonflikte ausmache.

Als zweiten prominenten Neuzugang kann die CS den Zürcher Ständerat Ruedi Noser (FDP) verbuchen. Noser hat bisher keine Finanzplatz-Mandate. Er entstammt der IT-Branche und vertritt diese auch im Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

Die neu gegründete Gesellschaft wird von Michael Degen geführt, welcher dem Konzernbereich Asset Management für die Schweiz, Europa, Arabien und Afrika (EMEA) vorsteht. Nebst Noser und Pfister stammen die übrigen Verwaltungsräte aus dem Kreis der Credit Suisse. Vizepräsident ist Peter Norley, COO von Credit Suisse Asset Management.

Neue Gesellschaft operativ ab Ende des ersten Quartals

Die Gesellschaft soll Trägerin des in der Schweiz gebuchten Asset-Management-Geschäfts werden. CS-Sprecherin Anna Sexton: «Das Asset Management der Credit Suisse in der Schweiz wird in die neu geschaffene Rechtseinheit «Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG» mit einer eigenen Bewilligung als Vermögensverwalter kollektiver Kapitalanlagen (vorbehaltlich der Genehmigung durch die FINMA) überführt.» Die Rechtseinheit werde – wenn die Bewilligungen vorliegen – Ende des ersten Quartals 2017 den Betrieb aufnehmen.

Die Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG ist laut Handelsregister eine hundertprozentige Tochter des Stammhauses Credit Suisse AG. Zunächst gemachte Aussagen, wonach das auch langfristig so bleiben soll, zog die Credit Suisse am Mittwochabend wieder zurück.

Die Gesellschaft solle zu einem späteren Zeitpunkt eine Tochter der ebenfalls im Februar gegründeten Gesellschaft mit dem umständlichen Namen Credit Suisse Asset Management & Investor Services (Schweiz) Holding AG werden. Diese gehört zu 51 Prozent indirekt der Credit Suisse AG und zu 49 Prozent der Credit Suisse (Schweiz) AG von Thomas Gottstein. Vergangenes Jahr hatte die Credit Suisse nach einem Bericht der «Schweiz am Sonntag» angekündigt, das Asset Management künftig als Joint Venture zwischen dem Wealth Management im Stammhaus und der Schweizer Ländergesellschaft führen zu wollen.

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