Der UBS droht in Grossbritannien ein Rechtsstreit mit einem Klagewert von 500 Millionen Dollar. Ein Berufungsgericht in London wies am Mittwoch einen Antrag der Schweizer Grossbank ab, die Klage eines im Exil lebenden chinesischen Geschäftsmannes abzuweisen. 

Die Londoner UBS-Niederlassung wird von Guo Wengui und dessen Firma Ace Decade wegen einer indirekten Investition in das chinesische Maklerunternehmen Haitong Securities verklagt. 

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Guo erhebt den Vorwurf, dass er und Ace Decade fast die gesamte Investition von 500 Millionen Dollar verloren haben, nachdem die UBS während eines Markteinbruchs im Juli 2015 den Verkauf von Aktien erzwungen habe.

Die Argumentation der UBS findet kein Gehör

UBS hatte vor dem Londoner Berufungsgericht argumentiert, dass Guo und Ace Decade ihre Klage nur in der Schweiz einreichen können. Diese Argumentation war von einem vorinstanzlichen Gericht bereits im vergangenen Jahr zurückgewiesen worden. 

«Die Ansprüche sind zweifellos aus den Geschäften der UBS London entstanden», erklärte nun Richter Geoffrey Vos in seinem schriftlichen Urteil. «UBS London war massgeblich an den Ereignissen beteiligt, die sowohl zu den Ansprüchen als auch zu den geltend gemachten Verlusten geführt haben.»

UBS lehnte eine Stellungnahme gegenüber Reuters ab. Die Anwälte von Guo und Ace Decade reagierten nicht sofort auf eine Anfrage zu einer Stellungnahme.

(reuters/mbü)

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