Im Februar überschlugen sich beim Schweizer Ableger des chinesischen Informationstechnologiekonzerns die Ereignisse: Zunächst wurde bekannt, dass Huawei Swisscom als Kunde gewinnen konnte. Dann zeigten Mitarbeitende die Firma an. Der Verdacht: Huawei Schweiz beschäftige chinesische Staatsangehörige mit Touristenvisa.

Wie handelszeitung.ch jetzt erfuhr, fand gestern Dienstag in Dübendorf eine Razzia statt. Bei der sollen mehrere Mitarbeitende abgeführt worden sein. Die Kantonspolizei Zürich bestätigt gegenüber handelszeitung.ch einen Einsatz bei einer Firma in Dübendorf. Bei Huawei in Dübendorf bestätigte eine Sprecherin inzwischen die Razzia. Für den späten Vormittag kündigte das Unternehmen eine Erklärung an.

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Brief oder kein Brief?

Um die Arbeitsbedingungen bei Huawei kümmerte sich auch bereits das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA). Am 27. März stattete es dem chinesischen Unternehmen einen angekündigten Kontrollbesuch ab, wie Sprecher Can Arikan bestätigt. «Vor Ort sind den Kontrolleuren keine Unregelmässigkeiten aufgefallen. Das AWA prüft aber noch verschiedene Aspekte der Kontrolle.»

Bereits im Februar hatte die «NZZ am Sonntag» über eine extrem hohe Fluktuation unter den aus dem Ausland zugezogenen Mitarbeitenden berichtet. Die Firma sei angeschrieben und aufgefordert worden, dem AWA verschiedene Angaben zum Betrieb, zur Umsetzung der Arbeitssicherheit sowie zum Gesundheitsschutz zu machen. Felix Kramer, Leiter von Huawei Schweiz, bestritt gegenüber der «NZZ am Sonntag» damals den Erhalt des Briefes.