Mirco Signorell, CEO, VPZ Vermögens Planungs Zentrum AG, St. Gallen.

Bereits ab dem 50. Lebensjahr treten bei vielen Personen Fragen zu der bevorstehenden (Früh-) Pensionierung auf. Wie sich bei vielen jedoch im Nachhinein herausstellt, leider zu spät. Denn eine erfolgreiche Planung be-ginnt frühzeitig. Wer die gros- sen Optimierungsmöglichkeiten dank einer Pensions- und Steuerplanung nutzen will, sollte sich spätestens mit dem Alter 55 mit diesem sehr wichtigen Thema auseinandersetzen und professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Dabei ste-hen Wünsche und Bedürfnisse, bisheriger Lebensstandard so-wie zukünftige Zielvorstellungen und Erwartungen im Mittelpunkt.

Ganzheitliche Planung

Dank einer ganzheitlichen Planung können so frühzeitig Fragen und Unklarheiten beantwortet und unabhängige Massnahmenvorschläge und Lösungen zur Optimierung gefunden werden. Der spezialisierte Ansprechpartner setzt sich mit folgenden Fachbereichen auseinander, um in einer zweiten Phase entsprechende Empfehlungen abgeben zu können: Vermögen, Steuern, Immobilie, Vorsorge (AHV, Pensionskasse und Lebensversicherungen) und Erbrecht.

Dabei tauchen immer wieder die gleichen Fragestellungen und Unklarheiten auf:

  • Mit welchen Leistungen kann ich von der AHV rechnen?
  • Wie hoch sind die Kürzungen bei der AHV/Pensionskasse bei einer Frühpensionierung?
  • Reicht mein Vermögen auch bei einer hohen Lebenserwartung?
  • Wie optimiere ich meine Steuersituation bis und über ein Pensionierungsalter hinaus?
  • Wann beziehe ich steueroptimiert meine Vorsorgegelder aus der Säule 3a?
  • Wie lege ich mein Vermögen sicher an, ohne auf eine attraktive Verzinsung verzichten zu müssen?
  • Ist die familiäre Erbschafts- und Nachlassregelung gemacht?
  • Welches ist die optimale Höhe der Hypothekarverschuldung aus zins- und steuerlichen Überlegungen?
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Es ist schnell zu erkennen, dass die eigene Situation doch sehr komplex und verflochten ist und viele Unklarheiten bestehen oder auftauchen können. Eine ganzheitliche und unabhängige Planung hilft, Antworten dazu zu finden und die ganze Situation einfach zu überschauen und den Durchblick jederzeit zu behalten.

Rente oder Kapital

Lange vor dem Zeitpunkt der Pensionierung gilt es, auch den Entscheid zu treffen, ob das Pensionskassengeld als Rente oder Kapital bezogen wird. Beim Bezug einer Pensionskassenrente handelt es sich um eine vertraute Lösung, die den Vorteil eines garantierten Einkommens auf Lebzeiten bietet und einen allfälligen Teuerungsausgleich beinhaltet (Rentenerhöhung). Negativ schlägt zu Buche, dass bei dieser unflexiblen Variante die Rente zu 100% als Einkommen steuerbar ist und sich für die Witwe oder den Witwer ein Rentenverlust von 40% ergibt, bei den übrigen Erben gar um 100%. Bei einem Kapitalbezug ist das angesparte Geld flexibel verfügbar und es kann unabhängig geplant werden. Positiv ist zudem, dass eine einmalige Besteuerung zu einem reduzierten Steuersatz erfolgt. Überdies ist das Vermögen vererbbar. Daneben sind auch die negativen Aspekte zu beachten: Das Anlagerisiko wird vom Kapitalbezüger selber getragen, wobei er bei einem geringen Kapital einen kleinen Spielraum hat. Zudem kann der Vermögensverzehr wegen der Langlebigkeit zum Problem werden.

Individuelle Pläne

Gemeinsam mit einem Klienten werden individuelle Pläne, Wünsche und die finanzielle Situation analysiert. Aus dem Vergleich der Ausganglage mit den vorhandenen Vorstellungen und Zielen werden mögliche Lösungen aufgezeigt und formuliert. Anhand der ganzheitlichen Planung können dann die entsprechenden Massnahmen für die Umsetzung Schritt für Schritt aufgezeigt und erläutert werden. Die Umsetzung und laufende Betreuung sowie eine regelmässige Überprüfung und Aktualisierung der Pensions- und Steuerplanung (siehe Kasten) sind selbstverständlich integrierte Bestandteile einer professionellen Dienstleistung. Die eigene Situation kann in keinem Ratgeber nachgelesen werden, ebenso wie es keine Musterlösungen gibt. Man sollte frühzeitig mit einem Fachexperten sprechen. Er wird in die Welt der Pensions- und Steuerplanung einführen. Nur so wird die bevorstehende Pensionierung zur Chance.

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