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Nachwehen
Reckitt Benckisers Geschäft leidet unter Cyber-Attacke

Sagrotan: Produkt aus dem Hause Reckitt Benckiser. Keystone

Auch Wochen nach dem Cyber-Angriff kämpft der britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser noch mit Problemen. Das schlägt sich auf die Zahlen nieder. Analysten sind enttäuscht.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Die Cyber-Attacke im vergangenen Monat hat beim britischen Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser Spuren in der Bilanz und im operativen Geschäft hinterlassen. Der für seine Produkte Calgon, Sagrotan und Vanish bekannte Reinigungsmittel-Hersteller sei noch nicht zur Normalität zurückgekehrt, sagte Firmenchef Rakesh Kapoor am Montag.

Zwar laufe die Produktion zum grossen Teil wieder unter Vollauslastung. Aber erst im Lauf des dritten Quartals würden alle Probleme beseitigt sein. Hinzu käme ein sich verschärfender Wettbewerb. Vor dem Hintergrund sei die Jahresprognose ein «ehrgeiziges Ziel», betonte Kapoor.

So schlecht wie nie

Nachdem Ende Juni der Cyber-Angriff die Produktion und Auslieferung lahmgelegt hatte, hatte der Manager seine Jahresprognose kassiert. Statt eines Umsatzanstiegs um drei Prozent peilt Kapoor nun ein Plus von zwei Prozent an.

Im ersten Halbjahr erlöste Reckitt 5,6 Milliarden Euro, ein Plus von 14 Prozent. Rechnet man aber Wechselkurseffekte und Übernahmen heraus, so sank der Umsatz um ein Prozent. Der bereinigte Gewinn legte um 14 Prozent auf 993,5 Millionen Euro. «Das ist eine sehr magere Entwicklung – die schlechteste in der Geschichte von Reckitt Benckiser – einem Unternehmen, das sich Spitzenwachstum zum Ziel gesetzt hat», kommentierten Bernstein-Analysten.

Käufe und Verkäufe

Reckitt setzt seit einiger Zeit mit Zukäufen vor allem auf eine Expansion in der wachsenden Gesundheitsbranche. Erst im Februar vereinbarte der Konzern die knapp 14,5 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Babynahrungsherstellers Mead Johnson. Dafür verkaufte Kapoor in der vergangenen Woche die Lebensmittelsparte RB Foods für 3,6 Milliarden Euro.

(sda/jfr/ise)

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