Kunden von Reichle & De Massari (R&M) schauen gern persönlich in Wetzikon vorbei. Schliesslich wähnen sich Besucher bei der Anfahrt durchs idyllische Zürcher Oberland auf einem Freizeitausflug. «Gerade waren japanische Kunden bei uns», bestätigt COO Peter Reichle, Bruder Martin Reichle (CEO) nickt zustimmend. Das Führungsteam begeisterte ihre Besucher aus dem Fernen Osten sicher nicht nur mit dem Bergblick. Was R&M an Produkten zu bieten hat, kann sich auch bei den technologieverwöhnten Japanern sehen lassen. Das Unternehmen geniesst als Hersteller von Netzwerkkomponenten und Verkabelungslösungen nach über 40 Jahren im Geschäft einen ausgezeichneten Ruf. R&M, laut eigenen Angaben Marktführer, hat seine Aktivitäten erfolgreich nach Europa, in den Mittleren Osten und nach Asien ausgeweitet. Die Liste der Referenzprojekte ist lang: «Wir belieferten unter anderem den deutschen Bundestag in Berlin, das ukrainische Transportministerium, das Berner Stade de Suisse und die weltgrösste indische Herzklinik Narayana Hrudayalaya», zählt CEO Martin Reichle auf.

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Universallösung gefragt

Das Interesse von Kunden ist ungebrochen, immer mehr wünschen universelle Verkabelungssysteme eine Gesamtlösung, die neben der Daten- und Sprachkommunikation neu auch die Stromversorgung integriert. Für diese Wünsche ist R&M bestens gerüstet. «Wir können den zunehmenden Bedarf an Flexibilität, Bandbreite und Sicherheit erfüllen», erklärt Martin Reichle. Begonnen hat die Unternehmensgeschichte von R&M während einer Nachtschicht im Warenhaus Globus. Elektroplaner Hans Reichle und Elektromonteur Renato De Massari mühten sich 1964 im Auftrag der Autophon, die heute Ascom heisst, mit der Installation von Telefonanschlüssen ab. Nach stundenlangem Hantieren mit veralteten, unhandlichen Anschlussdosen aus den Anfängen der Telefonie platzte Tüftler Reichle der Kragen. Er überzeugte seinen Kollegen De Massari von der Notwendigkeit einer neuen Dosengeneration.

Bei einem Bier entwickelten die beiden das Produktkonzept, ein Schulfreund fertigte die entsprechende Skizze an. Die ersten Jahre der R&M waren nicht leicht, hatten sich Reichle und De Massari doch gegen die Schweizer «Vollkaskomentalität» entschieden. Doch sie gaben nicht auf: Die gegensätzlichen Unternehmer Reichle der Erfinder, De Massari der Verkäufer, der an Messen die Kunden gar mit Fondue versorgte waren bald ein eingespieltes Team. Heute führen Reichles Söhne den Betrieb, Hans Reichle übergab das Zepter 1999.

Sechs Jahre später setzt R&M bereits drei Viertel der 162 Mio Fr. (2005) im Ausland um. Trotz einer weiteren Fabrikationsstätte in Polen bleibt der Produktionsstandort Schweiz unangetastet. «Wer technologisch führend und innovativ ist sowie seine Werte nicht aufgibt, kann problemlos auch in der Schweiz produzieren», sagt Martin Reichle. Die Unternehmensethik bei R&M kriegen Besucher in Form von Sprichwörtern wie «Hör nie auf, anzufangen fang nie an, aufzuhören» oder «Man kann sich nur nach der eigenen Decke strecken» mit.

Sprüche, keine Worthülsen

Sinnentleerte Worthülsen sind die Sprichwörter aber nicht. So sollen Martin und Peter Reichle die Absatzmärkte im Mittleren Osten und in China weiter ausbauen. «Besonders der Mittlere Osten, etwa die Vereinigten Arabischen Emirate, sind attraktiv, da dort höchste Qualität verlangt wird», erklärt CEO Martin Reichle. Nur ist dort die Landschaft nicht so schön wie im Zürcher Oberland.

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Firmenprofil:

Name: Reichle & De Massari

Gründung: Hans Reichle, Renato De Massari

Führung: Martin Reichle (CEO, links), Peter Reichle (COO)

Umsatz: 162Mio Fr.

Beschäftigte: 550

Produkte: Verkabelungslösungen

Internet: www.rdm.ch