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Whistleblower
Rhätische Bahn: Wie im Wilden Westen

RhB: Von wegen Idylle - die Bahn zeigt ihre rabitate Seite.   Keystone

Weil ein Angestellter bei der Rhätischen Bahn immer wieder Sicherheitsmängel monierte, verzeigte ihn die Bahn - er wurde illegal in die Psychiatrie gesteckt.

Veröffentlicht am 02.03.2014

Urs Huber (53) ist seit 24 Jahren Lokführer, zuletzt bei der Räthischen Bahn (RhB). Und er ist ein Verantwortung und pflichtbewusster Mitarbeiter. Seit drei Jahren machte er die Vorgesetzten immer wieder auf Sicherheitsmängel aufmerksam - etwa schwache Bremsleistung bei tiefen Temperaturen oder Türen, die sich während der Fahrt öffnen lassen. Tatsächlich erreichte Huber, dass die Bahn diese Mängel nach und nach behob.

Als er sich im Februar 2013 – nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses – wieder meldete, lupfte es der Bahn den Hut. Sie verzeigte Huber wegen versuchter Nötigung und berichtete der Polizei von einer möglichen «Fremd- oder Selbstgefährdung». 13 maskierte Polizeigrenadiere holten Huber mitten in der Nacht aus dem Bett und steckten ihn 13 Tage in die Psychiatrie – völlig zu Unrecht, wie sich später herausstellte. «Das war die schlimmste Erfahrung meines Lebens», sagte Huber zu «Sonntagsblick». Die RhB bestätigt den Vorfall, will sich aber zum laufenden Verfahren nicht äussern.

(chb)

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