Der Markt für teure Uhren ist gerade im Rückgang. Das hat den Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont dazu bewogen, den Uhrenhersteller Baume & Mercier an die italienische Damiani Group zu verkaufen. Damiani übernimmt die Marke im Rahmen einer privaten Transaktion, teilten die beiden Parteien am Donnerstag mit. Finanzielle Details gaben sie nicht genannt.
Richemont hatte den fast 200 Jahre alten Uhrenhersteller 1988 übernommen. «Baume & Mercier hat lange Zeit Verluste gemacht und war das Stiefkind der Gruppe», so Oliver Müller, Gründer der Branchenberatungsfirma LuxeConsult, zur Nachrichtenagentur Bloomberg. Und weiter: «Es ist vergleichbar mit Longines. Der Verkauf ist sinnvoll und notwendig.»
Mit dem Zukauf von Baume & Mercier erweitert Damiani sein Portfolio. Zum Konzern mit Sitz im italienischen Valenza gehören bereits die Schmuckmarken Salvini, Bliss und Calderoni sowie der Kunstglashersteller Venini. Das privat geführte Unternehmen besitzt auch Rocca, einen Luxusuhren- und Schmuckhändler mit einer Kette von Boutiquen in Italien. «Wir werden beide von diesem Neuanfang profitieren», sagte Damiani-CEO Jérôme Favier gegenüber Bloomberg. Baume & Mercier mit einer über 200-jährigen Geschichte solle von der starken Präsenz der Gruppe in Italien und deren Vertriebsnetz profitieren.
Verkauf soll im Sommer vollzogen sein
Die Luxusuhrenbrache hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Zölle von US-Präsident Donald Trump, der immer weiter steigende Goldpreis und die schwache Nachfrage in China belasten den Umsatz und die Exporte. Die Uhrensparte von Richemont vermeldeten im letzten Quartal 2025 jedoch einen Umsatzanstieg von 7 Prozent – ein Zeichen dafür, dass sich der Abschwung möglicherweise abschwächt.
Der Abschluss des Verkaufs von Baume & Mercier wird für Sommer 2026 erwartet – und unterliegt bestimmten Bedingungen. Richemont wird Baume & Mercier nach Abschluss der Transaktion für einen Übergangszeitraum von mindestens 12 Monaten operative Dienstleistungen erbringen.
(mth/bloomberg)
