Rivella gelb hat den Durchbruch bisher noch nicht geschafft. «Es konnte vom Big Bang zur Einführung Ende August enorm profitieren», sagt Migros-Mediensprecherin Martina Bosshard. Ab Oktober seien die Absätze dann aber auf das Niveau von Rivella grün abgeflacht. «Mittlerweile entwickelt sich Rivella gelb sogar etwas unterhalb von Rivella grün», räumt Bosshard ein. Trotzdem will Migros das Erfrischungsgetränk auf der Basis von Sojaserum im Sortiment behalten.

Auch bei Coop wird Rivella gelb weniger verkauft als das traditionelle Rivella rot und blau. Bei beiden Grossverteilern ist das Gelbe auch teurer als das Rote und Blaue. Der Rothrister Produzent verkauft aber alle Rivella-Produkte zum selben Preis an den Handel.

Nicht ins Regal stellt Discounter Denner das Sojaserum-Getränk. «Aufgrund unserer Absatzprognose hat es Rivella gelb nicht ins Sortiment geschafft», erklärt Denner-Mediensprecherin Anita Daeppen. Der Discounter führt aber die Produkte Rivella rot, blau und grün. Denner plant, das Gelbe nicht ins Sortiment aufzunehmen.

Gelb hat «kleine Fangemeinde»

Das Rothrister Unternehmen gibt sich bezüglich Umsatzzahlen verschlossen. «Heute verfügt Rivella gelb über eine treue, aber noch kleine Fangemeinschaft », erklärt Rivella-CEO Franz Rieder, ohne allerdings die Grösse dieser kleinen Fangemeinde zu beziffern. Dank geballtem Einführungskonzept habe das Produkt innert kurzer Zeit hohe Bekanntheit erlangt.Detaillierte Zahlen würden aber erst Anfang Juli bekannt gegeben.

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Der Umsatz und der Absatz der Rivella-Gruppe 2008 insgesamt liegen laut Rieder über demjenigen des Vorjahres. Seit 2003 ist der Umsatz der Rivella-Gruppe bis 2007 um 12% auf 140,8 Mio Fr. eingebrochen. Ertragszahlen publiziert das Familienunternehmen nicht.

Michael Sarp, CEO der Nordeck Holding, ist an einem Kauf des Rothrister Getränkeunternehmens interessiert. «Ich habe aber von den Aktionären einen Korb erhalten. Sie wollen nicht verkaufen.» Trotzdem ist Sarp zuversichtlich: «Am Ende wird Rivella verkauft.» Und was bewegt ihn zu dieser Annahme? «Mein guter Bauch. Die eigenständige Marke wird sich an einen grösseren Partner anlehnen müssen.»