Der Genfer Rohstoffhändler Gunvor schuldet dem russischen Milliardär Gennadi Timtschenko nichts mehr. Mehrheitsaktionär Torbjorn Törnqvist bezahlte den Putin nahestehenden Magnaten für seine abgetretenen Anteile.

Gunvor-Mitbegründer Timtschenko hatte seinen Anteil von rund 43,5 Prozent an Gunvor verkauft - einen Tag bevor er auf die US-Sanktionsliste wegen der Ukrainekrise kam. Mit der Aufnahme auf die Liste wurde das Vermögen der Aufgeführten eingefroren. Timtschenko hat gemäss US-Angaben enge Geschäftsbeziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Sonderdividende von 1 Milliarde Dollar

Gunvor-Hauptaktionär Törnqvist teilte sich für 2015 eine Sonderdividende von 1 Milliarde Dollar zu, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch diverse Medienberichte. Wie Gunvor weiter erklärte, wurde Timtschenko für seine Anteile regelkonform in Euro ausbezahlt und die entsprechenden Behörden seien informiert gewesen.

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Törnqvist hat unterdessen seine Beteiligung an Gunvor von 87 Prozent nach dem Zukauf der Timtschenko-Anteile auf etwas mehr als 70 Prozent reduziert. Der Anteil soll bis Ende Jahr weiter sinken. Externe Investoren sind nicht vorgesehen, wie der Sprecher weiter sagte.

Die von Genf aus tätige Rohstoffhandelsfirma Gunvor handelt unter anderem mit russischem Öl. Das Unternehmen hat weltweit mehr als 1500 Angestellte und ist einer der wichtigsten Rohstoffhändler. 2015 erwirtschaftete Gunvor einen Umsatz von 64 Milliarden Dollar.

(sda/me/moh)