Am 22. November wird er 70: Der Gründer von Roland Berger Strategy Consultants. Sein Beratungshaus gibt es seit 40 Jahren, und die Schweizer Niederlassung feiert das 10-Jährige: Da liess es sich der bekennende Bayer, Professor Dr. h. c. und Schweiz-Fan nicht nehmen, in einem original Käfer-Zelt von der Wies’n ein gemütliches Fest mit bayerischen Akzenten zu feiern. Seine Ferien-Heimat, so bekannte Roland Berger, sei noch immer das Engadin. Er berichtete von seinen frühen Schweizer Mandaten, etwa 1968 für Ciba-Geigy, für die Käse-Union und Chocolat Tobler. Dann übergab er das Wort an seinen Gast, den Ehrenpräsidenten des Verwaltungsrates der Roche Holding: Den «lieben Fritz» Gerber.

Der liess es sich nicht nehmen, ihm nicht zuletzt auch für die vielen Pro-Bono-Mandate zu danken, darunter für die Kunsthalle und das Schauspielhaus Zürich und das Lucerne Festival. Und liess augenzwinkernd eine Bemerkung über die «leidvolle Erinnerung» an dessen Beratungshonorare fallen. Er strich Bergers Leitsätze heraus: Langfristiges Denken, geistige Unabhängigkeit und unternehmerisches Handeln: «Im Herzen bist Du Unternehmer, und Du kannst zuhören.»

Ebenfalls gut gelaunt sprach der zweite Ehrengast, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Dass es 30 Jahre bis zur Gründung der Schweizer Niederlassung gedauert habe, habe zwei mögliche Ursachen, witzelte er: Entweder brauchten die Schweizer sie nicht, oder aber Roland Berger habe so lange gebraucht. Gleichzeitig betonte der Schweizer, die beiden Häuser verbinde seit 1971 eine «fruchtbare und freundschaftliche Partnerschaft». Und Roland Berger sei so etwas wie der «Jörg Abderhalden der Beraterszene». Er sagte deutlich: «Wir brauchen Sie», trotz der «beachtlichen Fees». Als Berater müsse man zu einem Mandat auch schon einmal nein sagen können; ausserdem müssten am Ende des Tages die Manager entscheiden – das könne man nicht einfach delegieren. Schliesslich, so Ackermann, habe Roland Berger so viele Stärken: «Sie könnten eigentlich ein Schweizer sein.»

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