Zum dritten Mal in nur neun Monaten hat der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce seine Gewinnerwartungen zurückgeschraubt. In diesem Jahr rechnet der Konzern mit einem Gewinn von 1,32 bis 1,47 Milliarden Pfund (1,93 bis 2,15 Milliarden Franken). Das sind fünf Prozent weniger als zuvor erwartet. Grund dafür seien die anhaltende Schwäche auf dem Öl- und Gasmarkt sowie eine geringere Nachfrage nach einigen Motorentypen, teilte der Konzern am Montag mit.

Gedrückt wird das Ergebnis insbesondere durch das Schifffahrtsgeschäft, das Antriebssysteme, Winden und Anker für Schiffe baut. Den Löwenanteil des Geschäfts macht Rolls-Royce mit Partnern, die stark vom Öl- und Gaspreis abhängen.

Rochade an der Spitze

Die erneute Gewinnwarnung kommt nur vier Tage nach dem Wechsel an der Konzernspitze. Der neue Chef Warren East ist mit dem Ziel angetreten, den Umsatzschwund der weltweiten Nummer zwei der Branche zu stoppen. Vorerst stehen für Rolls-Royce aber weitere Einbussen an.

Im kommenden Jahr werde der Gewinn voraussichtlich 300 Millionen Pfund geringer ausfallen, erklärte der nach General Electric zweitgrösste Hersteller von Flugzeugmotoren weiter. «Die Investoren erleiden heute einen weiteren Schock», räumte East ein. Dennoch werde er auf Transparenz setzen und die Märkte künftig immer rechtzeitig über Entwicklungen unterrichten. Die Rolls-Royce-Aktien gaben zum Wochenbeginn bis zu zehn Prozent nach.

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(reuters/ise/hon)