Der russische Milliardär Alischer Usmanow (70) zieht die UBS in Frankfurt (D) vor Gericht. Der Vorwurf: Die Schweizer Bank soll ihn bei den deutschen Behörden verpfiffen haben. Es geht um verdächtige Transaktionen, welche die Frankfurter Filiale der UBS gemeldet haben soll.

Usmanow gilt nicht nur als Putin-Freund, sondern auch als einer der reichsten Russen weltweit. Seit zwei Jahren steht er deshalb auf der Sanktionsliste der EU. Es gibt Vorwürfe der Steuerhinterziehung und Geldwäsche, aufgrund derer 2022 am Tegernsee in Bayern Razzien durchgeführt wurden. Monatelang waren Ermittler hinter dem Oligarchen her und sammelten Informationen über ihn und seine Geschäfte.

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«Rechtswidrige Meldungen» der UBS

Diese Ermittlungen seien nur wegen der «rechtswidrigen Meldungen» der UBS möglich gewesen, so die Anwälte des reichen Russen. Usmanow sei mit den Hausdurchsuchungen blossgestellt worden. Zudem habe er finanzielle Verluste erlitten. Die Anwälte drohen mit happigen Folgen für die UBS: Sie «können für die UBS mit einem Tsunami vergleichbar» sein.

Zwischen 2018 und 2022 soll die Bank über ein Dutzend Anzeigen wegen des Verdachts auf Geldwäscherei gemacht haben. «Teils völlig absurd wegen regulärer Mietzinszahlungen oder gewöhnlicher Bargeldabhebungen», so die Anwälte weiter. Diese Meldungen der UBS hätten erst zu den strafrechtlichen Ermittlungen geführt.

Die UBS äussert sich nicht zur Klage.

Mehrere Hundert Millionen in der Schweiz

Auch in der Schweiz soll Usmanow Konten mit mehreren Hundert Millionen Dollar haben. Die UBS soll sich seit 2015 um Teile seines Vermögens gekümmert haben.

Patrik Berger von Handelszeitung
Patrik BergerPatrik Berger ist Redaktor Wirtschaft bei der Handelszeitung.Mehr erfahren