Beim Telekom-Unternehmen Salt zeichnet sich ein Börsengang ab. Das berichten verschiedene Medien mit Verweis auf die Agentur Reuters, die aus sicheren Quellen erfahren haben will, dass Salt einen Börsengang plane und Aktien im Wert von 700 Millionen Franken anbieten wolle. Die «NZZ» kommentierte: «Salt-Eigentümer Xavier Niel scheint seinen Abschied aus der Schweiz aufzugleisen»

Von einem Rückzug seines Eigentümers will Salt jedoch nichts wissen. Gegenüber der «Handelszeitung» betont Kommunikationsberater Andreas Hildenbrand, es gebe keinen Ausstieg. «Was auch immer passiert, Herr Niel wird über die Gesellschaft NJJ die Mehrheit am Unternehmen behalten und dieses weiterhin eng begleiten.» Der Börsengang sei einer der Optionen, die man prüfe, um Kapital aufzunehmen. Hildenbrand verweist auf Aussagen, die diesbezüglich bereits im Mai zum Quartalsabschluss von Salt gemacht wurden.

In der Medienmitteilung hiess es damals jedoch nichts zu einem Börsengang. Lediglich in der Präsentation für institutionelle Investoren wurde darauf verwiesen. «NJJ prüft zusammen mit Salt verschiedene Finanzierungsoptionen, darunter auch einen möglichen Börsengang», hiess es dort.

Grosser Free Float angestrebt

Salt, beziehungsweise deren Mutterfirma Matterhorn Telecom, ist zwar vollständig im Besitz von Xavier Niels NJJ Telecom, hat jedoch in grossem Stil Fremdkapital von institutionellen Investoren aufgenommen. Diese werden denn auch detaillierter über den Geschäftsgang informiert als die Öffentlichkeit. Zum Plan könnte wohl gehören, einen Teil dieses Fremdkapitals, rund 1,8 Milliarden Franken umfasst, durch Aktien abzulösen.  

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Reuters kommt in den Berechnungen auf einen möglichen Börsenwert von 2,5 Milliarden Franken. An der Vorbereitung des Börsengangs seien die Schweizer Credit Suisse, die US-Institute Morgan Stanley und Goldman Sachs sowie die französische BNP Paribas beteiligt. Dem Vernehmen nach strebt Salt einen möglichst grossen Free Float für die neu ausgegebenen Aktien an.

Grosse Hoffnungen setzt Salt auf die neue Partnerschaft mit der Swisscom für den Vertrieb des «Fiber»-Festnetzangebots. Bereits im laufenden Jahr sollen dadurch 50'000 zusätzliche Abos abgeschlossen werden, prognostiziert Salt in der Investoren-Präsentation vom Mai. Im 1. Quartal schrieb Salt einen Umsatz von 251 Millionen Franken, was einem leichten Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Weiterhin sehr hoch ist die Ebitda-Marge von fast 40 Prozent des Umsatzes.