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Mobilfunk
Salt setzt beim 5G-Netz auf die Dienste von Nokia

A sales assistant uses a smart phone, in the Salt store in the Niederdorf of Zurich, Switzerland, on May 22, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)Eine Verkaeuferin benutzt ein Smartphone, in der Salt Filiale im Zuercher Niederdorf, am 22. Mai 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Salt: Der Mobilfunkanbieter hält auch bei der neuen Technologie an Nokia fest.Quelle: © KEYSTONE / GAETAN BALLY

Salt baut seine Partnerschaft mit Nokia aus. Der Mobilfunkanbieter arbeitet auch für das 5-Netz mit den Finnen zusammen.

Veröffentlicht am 29.01.2019

Das Telekomunternehmen Salt hat den Netzwerkausrüster Nokia für den Bau des superschnellen Handynetzes der fünften Generation (5G) gewählt. Beide Firmen hätten eine Absichtserklärung unterschrieben, teilte Salt am Dienstag in einem Communiqué mit.

Damit hält Salt an Nokia fest. Der finnische Konzern ist bereits bisher der Netzwerkausrüster des drittgrössten Schweizer Mobilfunkers. Salt habe verschiedene Anbieter für den Aufbau des 5G-Netzes geprüft und nach diversen Kriterien beurteilt. «Die Sicherheit für unsere Privat- und Geschäftskunden war hier auch eine relevante Dimension, die in die Entscheidungsfindung eingeflossen ist», sagte Salt-Chef Pascal Grieder auf Anfrage.

Nokia habe nicht nur durch seine fortschrittliche technologische Kompetenz überzeugt, sondern auch durch die Zuverlässigkeit und Sicherheit, die für private Kunden und Unternehmen in der Schweiz unerlässliche Kriterien seien, erklärte Grieder die Wahl. Mit dem Festhalten an Nokia für die Modernisierung des Funk- und Kernnetzes von Salt würden auch die Fähigkeiten der 3G- und 4G-Netze verbessert.

Drei Ausrüster für drei Mobilfunker

Damit setzt jeder Schweizer Mobilfunkanbieter auf einen anderen Lieferanten: Die Swisscom hat Ericsson und Sunrise Huawei für den Bau des 5G-Netzes gewählt.

Huawei ist in der letzten Zeit arg unter Beschuss geraten. Die US-Justiz hat Anklage gegen den chinesischen Smartphone- und Technologieriesen und dessen Finanzdirektorin Meng Wanzhou erhoben. Das Justizministerium warf Huawei, Meng und zwei Tochterunternehmen am Montag in 13 Anklagepunkten vor, gegen die Iran-Sanktionen verstossen zu haben.

Zwei Huawei-Tochterunternehmen wird zudem in zehn weiteren Anklagepunkten Industriespionage zur Last gelegt. Die chinesische Regierung kritisierte die Anklage scharf und sprach von «politischen Manipulationen».

Ausschluss in mehreren Ländern

Zudem werfen die USA und andere Länder Huawei eine zu grosse Nähe zu den chinesischen Behörden vor und sehen den Konzern als Gefahr für ihre Cybersicherheit. Die USA, Australien und Neuseeland haben Huawei als Ausrüster für den Bau von 5G-Netzen ausgeschlossen und drängen andere Staaten, ihrem Beispiel zu folgen.

In Grossbritannien und auch Norwegen gibt es bereits ein Umdenken oder wird noch geprüft. Auch in Deutschland wird neu über den Einsatz von Huawei-Produkten beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes diskutiert. Der weltweit zweitgrösste Mobilfunker, Vodafone, kündigte an, den Einsatz von Huawei-Produkten in seinen Kernnetzen auszusetzen.

Huawei und die Regierung in Peking wiesen die Vorwürfe entschieden zurück.

Sunrise hält an Huawei fest

Sunrise erklärte, dass bisher nie irgendwelche Unregelmässigkeiten in den Geräten oder der Software von Huawei nachgewiesen worden seien. Zudem habe es noch keine schlüssigen Beweise gegeben, welche die Anschuldigungen gegen Huawei untermauern würden.

Wie Erfahrungen aus Datenklaus in der Schweiz beispielsweise bei der Swisscom oder dem Onlinehändler Digitec/Galaxus sowie im Ausland (Facebook, British Airways etc.) zeigen würden, seien solche Datenlecks keine Frage des Technologiezulieferers, sondern der kriminellen Energie der jeweiligen Cyberkriminellen, sagte Sunrise-Sprecherin Therese Wenger. Viele Telekomkonzerne würden mit Huawei zusammenarbeiten.

Sunrise bestimme die Netzstrategie von der Planung über die Architektur bis zum Servicedesign sowie die gesamte Netzsteuerung. «Das heisst, es erfolgt zu keinem Zeitpunkt ein unautorisierter Zugang auf das Netz», sagte Wenger.

«Wir überprüfen unser Mobilnetz regelmässig auf alle bekannten Cybersicherheitsrisiken und Cyberschwachstellen, um die Sicherheit unseres Mobilnetzes zu gewährleisten. Diese wird auch durch externe Spezialisten überprüft beziehungsweise bestätigt», sagte Wenger. Ferner würden die Datenflüsse fortlaufend überwacht.

«Wir sind mit der Qualität unseres Technologiepartners Huawei voll und ganz zufrieden und haben keine Pläne den Technologiezulieferer zu wechseln», sagte die Sunrise-Sprecherin.

(sda/mbü/mlo)

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