Je steiler, desto besser. Sarah Kreienbühl ist Bikerin, die Passstrassen liebt, und als Bergsteigerin hat sie es auf die 4000-Meter-Riesen in den Schweizer Alpen abgesehen. Herausforderungen liebt sie auch am Arbeitsplatz, jetzt bei der Migros, bald bei Kühne + Nagel. Dort tritt sie in ein Gremium ein, das mit lauter gestandenen Logistik-Profis bestückt ist, die meisten aus Deutschland stammend, alle Männer, acht an der Zahl. Kreienbühl ist wieder einmal die einzige Frau in einem Topmanagement. Das war sie bereits in der Migros-Konzernleitung; dort lag das Gender-Ratio bei 6:1.

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Der Jobwechsel zum Kühne + Nagel überrascht ihre Migros-Entourage. Kreienbühl hat 2018 beim Retailriesen angeheuert; rund fünf Dienstjahre sind wenig, manche Topleute haben dort viel mehr Sitzleder, bleiben gar bis zur Pensionierung. Zudem ist Kühne + Nagel ein börsenkotierter Logistiker, der vor allem im Ausland agiert und dort auch seine Mitarbeitenden hat. 99,2 Prozent des Personals sind in Shanghai, Kapstadt, Rio oder in New York beschäftigt, für die Migros sind bloss 13 Prozent im Ausland. Ganz fremd sind ihr diese Verhältnisse nicht, bereits beim Hörgerätehersteller Sonova aus Stäfa, wo sie früher Human Resources, Kommunikation und Nachhaltigkeit betreute, spielte sich 10 Prozent vom Geschäft im Ausland ab.