Die ersten Scania-Lastwagen -­ damals hiessen sie noch Scania Vabis -­ kamen 1956 durch die private Initiative von Peter Stump in Sulgen in die Schweiz. Ein Jahr später übernahm der Zürcher Joos Heintz die Generalvertretung der schwedischen Lastwagen aus Södertälje. Wieder ein Jahr später erfolgte dann die Gründung der Importgesellschaft Truck AG mit Sitz in Zürich durch Bruno Herzer, Joos Heintz und Franz Vasicek. Bereits 1966 wurde der 1000. Scania-Lastwagen in unser Land geliefert. 1986 erfolgte die erste grössere Busbestellung ­ und zwar durch die Stadt Schaffhausen, die zehn Busse orderte. Ein weiterer Markstein in der Geschichte von Scania in der Schweiz war die Einführung der Serie 3 im Jahr 1988. Wiederum zwei Jahr später gelangte bereits der 10000. Scania-Truck zur Auslieferung. 1997 wurde die private Importgesellschaft Truck AG, Kloten, durch den Saab-Scania-Konzern übernommen.

Mit Wehmut denkt man am heutigen Hauptsitz in Kloten an das Jahr 2000 zurück, in welchem die Rekordzahl von 1115 Scania-Lastwagen ausgeliefert wurde.

Zu den Kunden der ersten Stunde zählt die Firma Hauri in Seon, deren 1962 erworbener Scania Vabis LT75 heute im Werksmuseum in Södertälje steht. Aber auch die Firmen Heggli, Hugelshofer, die Migros und die Setz Gütertansport AG gehörten zu den langjährigen Scania-Kunden.

Das Jahr 2004 war geprägt durch die Einführung der neuen Baureihen P, R und T, welche die Euro-4-Normen damals schon erfüllten. Ein Jahr darauf kam dann das endgültige Aus für das legendäre Hauberfahrzeug, welches Scania als praktisch einziger Hersteller noch produzierte. Immerhin: Mehr als 400 Hauber fanden in der Schweiz einen Käufer. Ebenfalls 2005 wurde die Importgesellschaft in Scania Schweiz AG umbenannt. Im laufenden Jahr nun feiert das Unternehmen sein 50-jähriges Bestehen in der Schweiz. Davon soll auch der Kunde profitieren, denn der Importeur lanciert einen Jubiläums-Reparatur- und -Wartungsvertrag für alle dieses Jahr eingeführten Fahrzeuge für 500 000 km zu einem Preis von 500 Fr. pro Monat. Zudem peilt Generaldirektor Gerhard Waser ein Absatzvolumen von 650 Fahrzeugen an, was einem Marktanteil von rund 18% entspricht.

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Waser unterstreicht gegenüber der «Handelszeitung», dass der Kampf um den Kunden in der Schweiz mit unverändert harten Bandagen ausgefochten wird. Scania Schweiz will sich deshalb stärker mit umfassenden Dienstleistungen profilieren und weniger über den Preis. Im vergangenen Jahr erzielte der Importeur einen Umsatz von 213 Mio Fr. und damit ein Plus von 10%. Die Zahl der Mitarbeitenden betrug 336 Personen. Vertreten wird Scania derzeit in der Schweiz durch 15 Händler sowie 12 Servicestellen, also total 27 Stützpunkte.

Eigene Finanzgesellschaft

Im Oktober vergangenen Jahres erfolgte die Gründung der Scania Finance Schweiz AG, welche verschiedene Finanzdienstleistungen anbietet, so vor allem Leasing mit Vollamortisation, Leasing mit erhöhtem Restwert sowie das Contract Hire. Bis heute erreichte das junge Unternehmen nach den Worten von Gerhard Waser ein Portfolio von 10 Mio Fr. Um die internen Abläufe in den beiden getrennten Gebäuden der Generalvertretung in Kloten effizienter zu gestalten, wird im April dieses Jahres ein Neubau in Angriff genommen, der nach einer Bauzeit von 18 Monaten dem Betrieb übergeben werden soll. Vor allem will man in Kloten das «One stop shopping»-Konzept, das heisst umfassende Dienstleistungen aus einer Hand und an einem Ort, verwirklichen.

Optimiert werden soll das Bestellwesen; konkret sollen Lastwagen mit Standardspezifikationen innert 6 bis 8 Wochen und Kipperfahrzeuge zwischen 10 und 12 Wochen nach Bestellung ausgeliefert werden. Dadurch soll vermieden werden, dass Fahrzeuge geliefert werden, die dann herumstehen, weil beispielsweise der Aufbauer in der Schweiz keine freien Kapazitäten hat.

Ebenfalls ausgebaut werden sollen die Aktivitäten im Busbereich, in welchem Scania Schweiz bei den Stadtbussen mit der Hess AG in Bellach zusammenarbeitet. In den Stützpunkten Kloten, Echandens, Schönbühl, Emmen und Chur sollen Busse und Lastwagen unter einem Dach betreut werden. Zudem ist man mit dem Grossauftrag der Armasuisse beschäftigt, der die Auslieferung von 24 Bussen in den kommenden sechs Jahren umfasst. Schliesslich will Scania Schweiz im Jubiläumsjahr der Kundschaft einige attraktive Jubiläumsmodelle zu interessanten Konditionen anbieten. Dazu zählen etwa ein 4x2-Sattelschlepper, ein 8x4-Kipper, ein Leichtbau-Sattelschlepper mit einem Leergewicht von 6300 kg und ein Low-Entry-Konzept für Kehrichtfahrzeuge oder Fahrzeuge für Spezialeinsätze.

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Nachwuchsförderung: Gesucht wird Europas bester Lastwagenfahrer

Young European Truck Driver
Der Nutzfahrzeughersteller Scania lanciert 2007 den Wettbewerb «Young European Truck Driver» nach der erfolgreichen Durchführung in den Jahren 2003 und 2005 erneut, diesmal mit Teilnehmern aus sämtlichen Mitgliedsländern der Europäischen Union sowie aus Bulgarien, Norwegen, der Türkei und aus der Schweiz. Junge Lastwagenfahrerinnen und -fahrer, die 1972 oder später geboren sind, tragen im Frühling 2007 erste Qualifikationsrunden bei den Scania-Händlern im jeweiligen Land aus. Danach reisen die Gewinner aus jedem Land zum europäischen Finale, das im September 2007 in Schweden stattfindet. Der «Young European Truck Driver 2007» gewinnt einen Scania-Lastwagen im Wert von 150000 Fr.

Anforderungen
Schwerpunkt des diesjährigen Fahrerwettbewerbs ist die Verkehrssicherheit. Alle Bewerberinnen und Bewerber durchlaufen eine Serie harter Tests, einschliesslich praktischer Fahrübungen mit Präzisionshandling und wirtschaftlicher Fahrweise. Hinzu kommen theoretische Tests über die Kenntnisse der Vorschriften und Sicherheitsfragen. Der Fahrerwettbewerb ist Teil der langfristigen Strategie von Scania zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und will gleichzeitig den Status der Lastwagenfahrer aufwerten. Der Wettbewerb wird von der Europäischen Kommission und der IRU (International Road Transport Union) sowie von Michelin und Shell gesponsert; in der Schweiz zusätzlich von Schmitz Cargobull und von den Routiers Suisse.

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Interessierte Lastwagenfahrerinnen und -fahrer aus der Schweiz können ihre Teilnahme abgeben unter www.scania.ch