Die Schweiz gilt unter deutschen Logistikern als attraktiver Ar-beitsmarkt. Neben guten Verdienstmöglichkeiten bietet das Land eine hohe Lebensqualität. «Wir erhalten täglich blinde Bewerbungen, also ohne Bezug auf Ausschreibungen», erklärt Andreas König, Inhaber der in Dietikon ansässigen Logjob AG. Diese konzentriert sich in der Schweiz auf die Personalberatung und Kaderselektion in den Bereichen Logistik und Supply Chain Management.

König registriert eine ständig wachsende Zahl deutscher Hochschulabgänger, die sich in der Schweiz als junge Führungskräfte bewerben. Dabei geniessen sie den Vorteil, aufgrund des dualen Studiums drei Jahre früher als ihre Schweizer Pendants für den Logistikmarkt qualifiziert zu sein. Offenbar hat sich zudem herumgesprochen, dass die Gehälter 20 bis 30 Prozent über denen in Deutschland liegen. Ein Hochschulabgänger kann in der Schweiz 60 000 bis 75 000 Franken pro Jahr verdienen. In speziellen Segmenten bieten sich für 35- bis 40-Jährige noch bessere Verdienstmöglichkeiten. Auf den unteren und mittleren Kaderstufen eines Lagerchefs in einem mittelständischen Betrieb liegen die Gehälter noch höher. Das gelte auch für Vertriebsprofis und Manager in der Beschaffung, derweil Positionen im Bereich Distributionslogistik weniger angeboten würden.

Spezifische Anforderungen

«Aspiranten für Vertriebsjobs sollten wissen, dass manche Schweizer Logistikkunden keine Ausländer mögen», warnt König. Auch seien die Anforderungsprofile für gewisse Positionen - Paradebeispiel: Transportleiter Inland - dermassen spezifisch, dass dafür nur Einheimische in Frage kämen. So würden über die Beherrschung der deutschen, französischen und englischen Sprache hinaus gute Geografie-, Firmen- und Mentalitätskenntnisse vorausgesetzt.

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Zuwandernde deutsche Junglogistiker bevorzugen Grossstädte wie Zürich und Basel oder deren nähere Umgebung. Dabei locken nicht nur Verdienst und Lebensqualität, sondern auch ganzjährige Freizeitangebote. Fragen wie «Wie weit sind die Fitnessparcours, Badeseen oder Skiresorts entfernt?» bekommt König recht oft zu hören. «Über die Hälfte aller temporären Zuwanderer wollen in der Schweiz bleiben», sagt er.

Vorsichtigere Kandidaten pendeln zunächst von ihren Wohnsitzen in Baden-Württemberg zu grenznahen Arbeitsstellen in Basel, Winterthur, Zürich oder Schaffhausen. Gefällt ihnen der Job, siedeln sie oftmals in die Schweiz über. Aus Königs Warte halten sich die Vor- und Nachteile beider Varianten - Pendeln oder Umzug - etwa die Waage. Diesbezügliche Entscheidungen hängen unter anderem von Faktoren wie Fahrzeit, Fahrkosten, Steuern, Miete, Preisniveau, Krankenversicherung und zahnmedizinische Versorgung ab.

Für deutsche Junglogistiker gibt es noch einen weiteren triftigen Grund, mit einem Job in der Schweiz zu liebäugeln: Dort sitzen die Zentralen diverser global operierender Konzerne. «Solche Unternehmen werden gern als Transfersprungbrett in alle Welt genutzt», weiss König.

Die Referenzliste der auf Logistik- und Supply-Chain-Fachleute bis in oberste Kader spezialisierte Logjob gleicht einem «Who’s Who» renommierter Logistikdienstleister sowie nationaler und globaler Industrie- und Handelsunternehmen. Ausser dem Hauptsitz in Dietikon unterhält sie Büros in Härkingen, Basel, Wil SG und Konstanz . «Wegen der grossen Nachfrage aus dem benachbarten Ausland erwägen wir die Eröffnung eines Westschweizer Stützpunktes», sagt Logjob-Chef König. Das Aktionsgebiet des neunköpfigen Teams beschränkt sich auf die Schweiz und Südwestdeutschland.