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Schweizer Investor an Air Alps interessiert

Schweizer Investor an gegroundeter Air Alps interessiert
Die Flügel der österreichischen Air Alps sind gestutzt. (Bild: Keystone)

In den letzten Tagen gingen gleich zwei kleine Fluggesellschaften pleite: die deutsche Cirrus und österreichische Air Alps. Die Alpen-Airline könnte jetzt durch einen illustren Schweizer Investor gere

Von Marcel Speiser
2012-01-25

Air Alps fliegt nicht mehr. Das Unternehmen hat den Flugbetrieb zwischen Bozen im italienischen Südtirol und der Hauptstadt Rom eingestellt. Grund dafür war die unmittelbar drohende Insolvenz. Bis Ende nächster Woche läuft jetzt ein Ultimatum der italienischen Flugaufsicht. Die Behörde will, dass die Fluggesellschaft den Linienbetrieb umgehend wieder aufnimmt. Sollte sie es nicht tun, droht der Konzessionsentzug. Die Behörde würde die Slots der Airline dann an andere Airlines weitergeben.

Air Alps gehört seit Dezember 2009 mehrheitlich zur Welcome Air Group mit Sitz im österreichischen Innsbruck. Die Firma setzt rund 40 Millionen Euro pro Jahr um und befördert mit einer Flotte von 12 Flugzeugen rund 120'000 Passagiere. Welcome ihrerseits ist eine 100-prozentige Tochter der Remi Finanz- und Verwaltungs AG. Die Beteiligungsgesellschaft hat ihren Sitz im St. Gallischen Gossau.

Gemäss Welcome-Geschäftsführerin Sabine Mertens überlegt sich das Unternehmen, die in arger Geldnot steckende Tochter zu übernehmen. Entscheide aber seinen noch keine Gefallen. Neben Welcome gibt es laut "Tiroler Tageszeitung" zwei weitere Interessenten für Air Alps: einen Unternehmer aus dem Südtirol sowie einen deutschen Investor.

Die Schweizer Interessentin Remi ist in der Airlinebranche nicht unbekannt. Ihr Eigentümer und einziger Verwaltungsrat ist der Ostschweizer Multi-Verwaltungsrat Urs Peter Koller. Seit er 2008 seine Mehrheit am Bau-Generalunternehmen HRS Real Estate verkauft hat, investiert er in Hotels, Airlines, Helikopterfirmen und Finanzfirmen. Gemäss Handelsregister sitzt er in nicht weniger als 33 Verwaltungsräten. Bei den meisten ist er mit einer Einzelunterschrift ausgestattet, bestimmt also allein, wo es langgeht.

Bis im September letzten Jahres sass Koller auch im Verwaltungsrat der Lions Air Group mit Sitz am Zürcher Flughafen. Diese ist bekannt für ihre so genannten "Gipsbomber". Flugzeuge, die verletzte Skifahrer ab Innsbruck und Chambéry in Frankreich in ihre Heimatländer, überwiegend nach Holland, zurück fliegt. Zu Lions Air gehört auch das Unternehmen Viasuisse, welche den Verkehr in der Schweiz aus der Luft überwacht und Staumeldungen an Radiostationen weiter leitet.

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