Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé ist laut einer Studie das drittgrösste Konsumgüterunternehmen der Welt. Auch Swatch, Rolex und Emmi haben ihre Platzierungen verbessert und «untermauern die gute Positionierung von Schweizer Unternehmen», wie das Beratungsunternehmen Deloitte am Dienstag mitteilte. Betrachtet wurden die 250 Top-Unternehmen der Konsumgüterbranche gemessen am Umsatz im Geschäftsjahr 2012 und die Ergebnisse in einem Bericht «Global Powers of Consumer Products» zusammengefasst.

«Sowohl in gesättigten Märkten als auch in exportabhängigen Wirtschaftssystemen fiel die Gesamtwachstumsrate für die Branche im Jahr 2012 gemässigter aus als in den Vorjahren», sagte Howard da Silva, Leiter des Bereichs Konsumgüter von Deloitte in der Schweiz, der Mitteilung zufolge. Positiv sei jedoch die gestärkte Rentabilität trotz der steigenden Rohstoffpreise. Von den 224 Unternehmen, die ihre Umsatzrendite offenlegten, hätten nur 19 Verluste für das Jahr 2012 verzeichnet.

Richemont nicht mehr in den Top 250 

Nestlé reihte sich nach Samsung Electronics und Apple vor Panasonic auf dem dritten Platz ein. Das Waadtländer Unternehmen sichert sich der Studie zufolge auch die Führungsposition in der Kategorie der zehn grössten europäischen Konsumgüterunternehmen.

Weitere Schweizer Unternehmen unter den Top-250 sind die Uhrenhersteller Swatch (95), Rolex (151) sowie der Milchkonzern Emmi (237). Alle verbesserten im Vergleich zum Vorjahr ihren Rang. Die Uhrenhersteller Swatch und Rolex befinden sich zudem erneut unter den besten zehn der Branche für Bekleidung und Accessoires. Der Luxusgüterhersteller Richemont hingegen ist nicht mehr in dem Top-250-Ranking vertreten. Aufgrund der laufenden Expansion des Detailhandelsgeschäfts gilt Richemont nicht mehr als reines Grosshandelsunternehmen für Konsumgüter, wies es hiess.

Anzeige

Es sei davon auszugehen, dass sich die Erfolgsgeschichte der Schweizer Uhrenindustrie fortsetzen wird, so da Silva. «Der gleichbleibend starke Weltmarkt für Luxusuhren, die steigende Nachfrage von Schwellenländern und der Verbrauchertourismus bieten positive Zukunftsaussichten für Schweizer Unternehmen dieser Branche.»

2014 erhöhte M&A-Aktivitäten erwartet

Trotz der eher schwachen Erholung der Weltwirtschaft belege die Studie zudem, dass kapitalstarke Investoren zur Stärkung ihrer strategischen Positionen weiterhin auf der Suche nach M&A-Chancen seien, so Deloitte. 2012 brachten Konsumgüterunternehmen 1'298 Transaktionen zum Abschluss - nach 1'274 im Jahr 2011 und 1'117 2010. Für 2013 wurden bisher 1'182 Transaktionen verzeichnet; diese Zahl kann gemäss den Angaben noch nach oben korrigiert werden.

Die Investitionen würden «durch erhöhte Kreditverfügbarkeiten, niedrige Zinsen, regenerierte Kapitalmärkte und in einigen Fällen auch durch erhebliche Liquiditätsreserven auf Seiten der Unternehmen angeregt», teilte das Beratungsunternehmen weiter mit. Zudem zeigten Private-Equity-Gesellschaften ein erneutes Interesse an Konsumgütern. 2014 sei auf dem besten Wege, ein bedeutendes Jahr für M&A-Aktivitäten in der Konsumgüterindustrie zu werden, sagte da Silva.

Die grösste Herausforderung für die Branche sei derweil, die zunehmend digital vernetzten Konsumenten erfolgreich anzusprechen. «Die Unternehmen müssen lernen, wie sie den Kundenbedürfnissen weltweit über jeden erdenklichen Kanal gerecht werden», so Björnar Jensen, Partner bei Monitor Deloitte in der Schweiz. Nur so könnten sie ihre Rentabilität sichern und langfristig steigern.

Anzeige

(awp/vst/moh)