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Nahrungsmittel
Schweizer Startup bringt Alternative zur Mikrowelle

Faitron
Schweizer Startup Faitron: Die Lunchbox gleich zum Aufwärmen erinnert auch an die Präsenation von Essen im Flugzeug. Quelle: ZVG

In der mobilen Gesellschaft ändern sich die Essgewohnheiten. Ein Schweizer Startup, aber auch Nestlé, wollen diesen Trend aufnehmen.

Von David Torcasso
am 12.09.2018

Millenials haben weniger Lust auf Essen in der Mensa oder aus der Mikrowelle. Von diesem Trend möchten ein Startup aus St. Gallen, aber auch Nahrungsmittelgigant Nestlé profitieren. Die Idee des Startups Faitron: eine Lunchbox, die Essen aufwärmen kann. Nach mehreren Anläufen hat das Jungunternehmen diese nun für den deutschsprachigen Raum lanciert.

Die Zielgruppen sind vor allem Büroangestellte und Studenten, die nicht in der Mensa essen möchten, ihr Menü von zu Hause mitbringen wollen oder unterwegs keine Möglichkeit haben, ihr Essen aufzuwärmen. 

Als Alternative zur Mikrowelle gedacht

Die mit Strom betriebene «Heatbox» weist die Grösse einer Lunchbox auf und lässt sich per Knopfdruck oder mittels App steuern. Auf der App kann die gewünschte Temperatur des Essens eingestellt werden, aber mittels Timer auch, wann das Essen aufgewärmt werden soll.

»Mit der Box spart man Zeit und Geld», argumentiert Faiton-Chef Fabian Graf in einer Mitteilung des Unternehmens. Laut dem Unternehmen sind bereits Bestellungen eingegangen.

«Wir wollen unsere Kunden eine hygienische und flexible Alternative zu den Mikrowellen anzubieten», sagt Graf. Man sei überzeugt, den Trend zu gesunder Ernährung in Verbindung mit der steigenden Mobilität mit der «Heatbox» zu unterstützen, meint der Gründer. Faitron strebt künftig auch das B2B-Geschäft an. Damit könnte die smarte Box in bestehende Küchenprogramme integriert werden. 

Auch Nestlé will ein Bedürfnis decken

Die Single- und Arbeitsgesellschaft stellt neue Anforderungen an das Essen: Es soll schnell zubereitet werden, aber trotzdem hochwertig und gesund sein. Deshalb sind nicht nur Innovationen bei der Zubereitung gefragt, sondern auch bei der Nahrung selbst. 

Diese Entwicklung sei für Nahrungsmittelunternehmen wie Nestlé interessant, weil damit die sonst sinkende Umsätze bei Lebensmitteln wettmachen können, schreibt der « Wall Street Journal». Laut dem Marktforschungsinstitut «Future Market Insights» werde Tiefkühlessen beliebter. Der Markt soll bis 2026 um über vier Prozent wachsen.

Gesunde Tiefkühlkost

So hat Nestlé im vergangenen Jahr die Marke «Wildscape» in den USA eingeführt. Dort gibt es Mahlzeiten wie Honig-Bourbon-Poulet sowie Veggie-Gerichte mit Blumenkohl und Mandeln. Nestlé bezeichnet die Produkte auch als «gesunde Tiefkühlkost».

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Die Verpackung aus halbtransparentem Plastik erinnert wohl nicht zufällig an eine Tupperware-Box und unterscheidet sich von einer farbig kreischenden Kartonschachtel. Daran anknüpfend präsentiert sich die Marke auf den sozialen Medien mit Bildern in Food-Blogger-Optik.

Innovationszentrum von Nestlé

Wildscape-Mitgründerin Emily Hoffmann erklärt im Branchenmagazin «Foodbusinessnews» die Idee hinter dem Produkt: «Die Menschen glauben, dass sie hochwertiges, gesundes und leckeres Essen nur ausserhalb der Tiefkühltruhe erhalten. Wir glauben, dass es auch gutes Essen im gefrorenen Zustand gibt». Die Gerichte würden dabei von sechs Köchen kreiert, sagt Hoffmann

Widespread ist bei Foundry Food, einem Innovationszentrum von Nestlé in den USA, entstanden. Der Accelerator fördert Jungunternehmern bei der Entwicklung und Kreation von neuartigen Lebensmitteln und unterstützt sie beim Einstieg in den Foodmarkt.