Im Ranking der reichsten Schweizer fällt er immer weiter ab. Mit gutem Grund. Hansjörg Wyss ist längst vom Unternehmer – reich wurde er mit dem Verkauf seiner Orthopädiefirma Synthes an den US-Multi Johnson & Johnson – zum Philanthropen geworden. Ein Grossteil seines Vermögens gibt er aus für Spenden. Vor vier Jahren war Wyss geschätzt noch 11 bis 12 Milliarden Franken schwer. Zuletzt schätzte die «Bilanz» sein Vermögen noch auf 7 bis 8 Milliarden.

Bald wird es noch weniger sein. Der in den USA lebende Berner will mit seiner Stiftung «The Wyss Foundation» in den nächsten zehn Jahren eine Milliarde Dollar für den Umweltschutz spenden, wie er in einem Gastbeitrag der «New York Times» schrieb.

Im Boot mit Bill Gates und Warren Buffet

Wyss hat 2014 der US-Kampagne «The Giving Pledge» versprochen, die Hälfte seines Vermögens für wohltätige Zwecke einzusetzen; initiiert wurde das Projekt von Microsoft-Gründer Bill Gates und Investor Warren Buffet – um damit Milliardäre zum Spenden zu animieren. Noch im selben Jahr schenkte er der ETH Zürich und der Universität Zürich 120 Millionen US-Dollar und ermöglichte damit ein neues Forschungszentrum, das Medizin, Natur- und Ingenieurswissenschaften vereint.

Parallel dazu eröffnete er in Genf ein mit 100 Millionen Franken dotiertes Wyss Institut, das auf Hirnforschung spezialisiert ist. Ebenfalls in Genf legte er 150 Millionen Franken für einen Biotechcampus aus.

Ein Jahr später unterstützte er zusammen mit dem Berner Unternehmer Jobst Wagner im Nachgang der Masseneinwanderungs-Initiative den Verein «Vorteil Schweiz», um den «Angriff auf die Bilateralen Verträgen» abzuwehren. Allein für die Anfangsphase wurde dem Verein zwei Millionen Franken zugesprochen.

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Millionen für Harvard

Gespendet allerdings hat Wyss bereits lange vor seinem Versprechen an «The Giving Pledge». 2004 erhielt die Harvard Business School eine Zuwendung von 25 Millionen Dollar. Das brachte Wyss damals auf den 42. Rang der weltweiten Spender-Rangliste des Magazins «Slate». 2009 gab er der Harvard University, wo er 1965 seinen Master machte, 125 Millionen Dollar für den Aufbau des Wyss Institute, vier Jahre später schoss er denselben Betrag noch einmal nach.

Neben Forschung und Politik tritt Wyss auch als Mäzen im Kulturbereich auf: So unterstützt er etwa das Basler Museum Fondation Bayeler oder das Berner Kulturzentrum Progr. Zudem schoss er ein paar Millionen ein für die Furka-Bergstrecke und spendete für den Erhalt des historischen Sessellifts auf den Solothurner Hausberg Weissenstein, wo inzwischen eine moderne Seilbahn hochfährt.