Der französische Warenprüfer Bureau Veritas hat ein gutes Börsendebüt hingelegt. Der Emissionspreis hat am obersten Ende der Preisspanne gelegen und die Aktie hat in den ersten vier Handelstagen bereits 6% zugelegt. Der SGS-Titel zeigt sich mit einem Plus von rund 1% unbeeindruckt.

Auch künftig dürfte die neue Konkurrenz auf dem Börsenparkett das Papier des Genfer Warenprüfers nicht in Bedrängnis bringen. «Es ist eher unwahrscheinlich, dass es zu Umschichtungen kommt», sagt Daniel Bürki, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Denn die Nachfrage der Anleger nach Titeln der Warenprüfbranche sei gross. «Da sind drei kotierte Gesellschaften noch nicht genug.» Neben Bureau Veritas und SGS ist derzeit nur noch die britische Intertek an der Börse vertreten.

Die Aufmerksamkeit steigt

«SGS wird vom Börsengang eher noch profitieren», erwartet SGS-Sprecher Jean-Luc De Buman. Denn mit dem Börsengang von Bureau Veritas steige die Aufmerksamkeit für die gesamte Branche. Vontobel-Analyst Scott Weldon ist besonders für SGS zuversichtlich: «Der Titel ist eine Benchmark, SGS sollte von der neuen Aktie positiv beeinflusst werden.»
An der Börse dürfte SGS gegenüber Bureau Veritas mit einer Prämie gehandelt werden. «Dies ist gerechtfertigt, denn SGS ist nicht nur Branchenführer, sondern hat auch gute Margen und ein diversifiziertes Portfolio», so Weldon.
Nach dem Börsengang verbleibt die Mehrheit an Bureau Veritas in den Händen der Private-Equity-Gesellschaft Wendel Investissement. «Das heisst aber noch nichts», so Bürki von der ZKB. Und die Genfer haben in der Vergangenheit nie einen Hehl daraus gemacht, an der französischen Konkurrentin interessiert zu sein. «Im Moment wird SGS aber wohl noch abwarten», so Bürki.

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