Groupon feierte sich einst als das am schnellsten wachsende Unternehmen der Geschichte und wurde als potenzieller Börsenstar gehandelt. Nun verblasst der Stern des Schnäppchenportals. In der Schweiz und in Portugal ist das Startup am Ende, wie Medien berichten.

Tatsächlich ist die Schweizer Groupon-Seite down. Wer groupon.ch aufruft, wird auf eine Seite umgeleitet. «Lieber Kunde», steht da, «Sie wurden hier weitergeleitet, weil Sie versucht haben, die Groupon Website für die Schweiz aufzurufen. Es tut uns leid, Sie informieren zu müssen, dass Groupon am 25. Januar 2016 seine Geschäftstätigkeiten in der Schweiz eingestellt hat und wir Ihnen daher keine Deals anbieten können.»

Sieg für Deindeal

Bereits gekaufte Groupon-Gutscheine bleiben gültig, heisst es auf der Webseite. Kunden könnten die Gutscheine aber auch zurückgeben. Ihnen werde der volle Preis rückerstattet. Bereits gekaufte Ware könne bis Mitte März retourniert werden.

Das Aus von Groupon ist ein grosser Sieg für die Schweizer Konkurrenz von Deindeal. Die Jungunternehmer starteten ihr Business nach dem Groupon-Vorbild vor rund fünf Jahren. Das Geschäfts wuchs schnell, das Medienhaus Ringier stieg bald ein. Nach vier Jahren resultierte der erste Gewinn, mittlerweile gehören sie zu den umsatzstärksten E-Commerce-Anbietern des Landes.

Langsames Sterben

Der Sieg von Deindeal kommt nicht besonders überraschend. Groupon wechselte im November den Chef aus. Nach gut zweieinhalb Jahren an der Spitze musste Mitgründer Eric Lefkofsky das Feld räumen. Er wurde durch Rich Williams abgelöst, der davor für das operative Geschäft zuständig war. Groupon gab seinerzeit auch bekannt, dass das Unternehmen im vergangenen Quartal 27,6 Millionen Dollar verloren hatte – nicht das erste Millionenminus. Der Umsatz stagnierte bei gut 713 Millionen Dollar.

Zwei Monate vorher, im September 2015, gab die Rabatt-Webseite bekannt, 1100 Arbeitsplätze zu streichen. Zugleich wurde das Geschäft in Marokko, Panama, Puerto Rico, Taiwan, Thailand, Uruguay und auf den Philippinen eingestellt. Griechenland und die Türkei hatte Groupon bereits zuvor verlassen.

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(ise)