Siemens hat die Trennung von seiner traditionsreichen Lichttochter Osram besiegelt. Die Siemens-Aktionäre stimmten der Abspaltung auf der Hauptversammlung zu. Damit erhalten die Siemens-Aktionäre für je zehn Aktien zusätzlich eine Osram-Aktie in ihr Depot. Die Osram-Aktien sollen voraussichtlich ab Sommer an der Börse gehandelt werden.

Siemens behält nur noch 19,5 Prozent der Anteile - gerade genug für eine Sperrminorität auf einer Hauptversammlung.

Osram hatte seit 1920 zu Siemens gehört. Das Unternehmen ist derzeit neben Philips der grösste Lampenhersteller der Welt, muss aber für den technischen Wandel von Glühbirne und Energiesparlampe zu LED-Licht Milliarden Euro investieren. Halbleiter-Konzerne aus Asien gewinnen hier mit günstigen Preisen rasch Marktanteile.

Schlechter Start und trübe Aussichten

Derweil legte Siemens einen durchwachsenen Start ins neue Geschäftsjahr hin: Im ersten Quartal von Oktober bis Dezember fiel der Gewinn um 12 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro. Der Umsatz legte dank eines noch guten Auftragspolsters zwar leicht zu auf 18,1 Milliarden Euro. Aber erneut drückten Sonderbelastungen das Ergebnis.

Anzeige

Die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn kostete Siemens 116 Millionen Euro, bei der Solarsparte fielen wegen weiterer Abschreibungen sogar 150 Millionen Euro Verlust an. Hier seien weitere Belastungen im Jahresverlauf nicht auszuschliessen, sagte Finanzchef Joe Kaeser. 

Vorstandschef Peter Löscher stimmte die Aktionäre auf eine schwierige Wegstrecke ein: «Auch für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir von der Weltwirtschaft keinen Rückenwind», sagte er. Im Gesamtjahr dürfte der Gewinn im Kerngeschäft von 5,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 4,5 bis 5 Milliarden Euro weiter sinken.

1400 Stellen fallen weg

Siemens hatte Osram schon 2011 selbst an die Börse bringen und so auch die eigene Kasse auffüllen wollen, das aber angesichts der schwachen Kapitalmärkte schliesslich aufgegeben. Für den Sprung in die Selbstständigkeit hat Siemens Osram noch eine Kapitalspritze von 1,2 Milliarden Euro gegeben.

Osram beschäftigt in Augsburg, Regensburg, Berlin und München rund 10'000 Mitarbeiter, aber bis 2014 sollen hier 1400 Stellen gestrichen werden. Weitere 29'000 Beschäftigte arbeiten in China, Malaysia und Südamerika.

Osram hat im vergangenen Geschäftsjahr 5,4 Milliarden Euro Umsatz und 378 Millionen Euro Verlust gemacht. Der Abspaltung stimmten die Aktionäre mit gut 98 Prozent des stimmberechtigten Kapitals zu.

(tno/sda/awp)