Sika steigert sich weiter. Der Zuger Bauchemie- und Klebstoffkonzern hat den Rekordgewinn aus dem Vorjahr bereits wieder überboten. Mit dem deutlich höheren Umsatz hielten die Gewinnzahlen aber nicht ganz Schritt.

Deutlich höhere Rohmaterialkosten fielen stärker als erwartet ins Gewicht, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Zudem fielen Einmalkosten an, wie etwa für die Beilegung des Übernahmestreites.

Der Umsatz nahm – wie bereits auf provisorischer Basis im Januar veröffentlicht – um 13,4 Prozent auf 7,09 Milliarden Franken zu. In Lokalwährungen (LW) wuchsen die Verkäufe um 13,6 Prozent. Das operative Betriebsergebnis auf Stufe EBIT stieg um 5,5 Prozent auf 945,9 Millionen Franken und der Reingewinn um 5,9 Prozent auf 687,1 Millionen.

Die Gewinnzahlen hinkten somit den Verkäufen hinterher. Das sind dennoch beides neue Rekordwerte. «2018 war ein geschichtsträchtiges Jahr für Sika», erklärte denn auch CEO Paul Schuler in der Mitteilung. Sika habe seine Wachstumsstärke auch nach der Beendigung des Übernahmedisputs unter Beweis gestellt.

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Die Aktionäre sollen in Form einer höheren Dividende profitieren. Der Verwaltungsrat schlägt vor, diese um 20 Rappen auf 2,05 Franken pro Aktie zu erhöhen.

Rekord mit Ansage

Die neuen Rekordwerte kommen nicht überraschend. Bereits im Januar hatte Sika einen EBIT im Bereich von 940 bis 960 Millionen Franken in Aussicht gestellt.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Sika die Analystenerwartungen dennoch knapp verfehlt. Für den EBIT wurden im Durchschnitt (AWP-Konsens) 892,7 Millionen und für den Reingewinn 645,0 Millionen Franken veranschlagt.

Für das laufende Geschäftsjahr geht Sika von einem Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent aus sowie von einer überdurchschnittlichen Gewinnsteigerung. Abhängig davon, wann der im Januar angekündigte Kauf des französischen Mörtelproduzenten Parex abgeschlossen wird, könne mit einem Jahresumsatz von mehr als 8 Milliarden Franken gerechnet werden.

Ebenfalls bestätigt wurden die Ziele der «Strategie 2020». Die neue «Strategie 2023» werden im Oktober an einem Investorentag vorgestellt.

Sika hat den ersten Jahresabschluss vorgelegt, seit die «Causa Saint-Gobain» ad acta gelegt werden konnte. Im Mai beendeten Sika, die Familienholding Schenker-Winkler (SWH) und Saint Gobain ihren langjährigen Streit um die Kontrolle des Unternehmens.

(awp/tdr)