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So entstand Merck Serono

Merck Serono in Genf: Hunderte Stellen werden abgebaut. (Bild: Keystone)

Der deutsche Pharmakonzern Merck schliesst seine Zentrale Merck Serono in Genf. Sehen Sie hier, wie aus Merck und Serono das neue Unternehmen Merck Serono wurde.

Veröffentlicht am 24.04.2012

Der deutsche Familienkonzern Merck ist das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt. Die ersten Geschäfte des in Darmstadt beheimateten Konzerns gehen auf das Jahr 1668 zurück. Die Schweizer Biotechfirma Serono wurde Anfang 2007 für 16 Milliarden Franken übernommen.

Die Bertarellis als Serono-Besitzerfamilie erhielten für ihr Aktienpaket 10,4 Milliarden Franken. Merck vollzog damit die grösste Übernahme in seiner Unternehmensgeschichte. Um seine aus der Serono-Akquisition resultierende Schuldenlast zu verkleinern, verkaufte Merck noch im gleichen Jahr sein Generika-Geschäft für 4,9 Milliarden Euro an den US-Konzern Mylan.

Standorte  in Darmstadt, Boston, Peking

Nach Vollzug der Übernahme von Serono bündelte Merck sein biopharmazeutisches Geschäft am Standort Genf und taufte die neue Unternehmenssparte Merck Serono. 4700 Mitarbeiter von Serono wurden im neuen Betrieb weiterbeschäftigt. Per Ende 2011 führte Merck Serono weltweit rund 16'900 Angestellte, 2100 davon in der Schweiz.

Nebst den Mitarbeitern am Standort in Genf beschäftigte Merck Serono in der Schweiz ausserhalb von Genf bisher rund 800 weitere Angestellte in Corsier-sur Vevey VD und Aubonne VD. An diesen Standorten befinden sich die Anlagen zur Medikamentenproduktion. Andere Merck-Serono-Standorte befinden sich in Darmstadt, Boston oder Peking.

Merck Serono grösste Unternehmenssparte

Merck Serono ist heute mit einem Umsatzanteil von knapp 60 Prozent oder 5,9 Milliarden Euro Umsatz die grösste von vier Unternehmenssparten des Merck-Konzerns. Dieser erwirtschaftete im Jahr 2011 mit gesamthaft rund 40'000 Angestellten in 67 Ländern einen Umsatz von 10,3 Milliarden Euro. Der grösste Merck-Absatzmarkt ist Europa mit rund 4 Milliarden Umsatz 2011, 2,5 Milliarden Euro davon fallen auf Merck Serono.

In den Schwerpunktgebieten Onkologie, Neurologie, Autoimmun- und Entzündungskrankheiten betreibt Merck Serono Forschung und stellt auch selbst Medikamente her. Eingesetzt werden diese gegen Krebstumore (Erbitux) oder Multiple Sklerose (Rebif). Zudem entwickelt das Unternehmen auch Arzneimittel zur Behandlung von Unfruchtbarkeit (Gonal, Pergoveris).

Mit Medikamenten gegen Unfruchtbarkeit

Mit den Medikamenten gegen Unfruchtbarkeit war Serono ursprünglich gross geworden. Nachdem der Arzt und Chemiker Cesare Serono 1906 in Rom das Unternehmen Serono gegründet hatte, setzte er anfänglich auf Naturheilstoffe gegen Blutarmut. 1948 gelang es ihm dann, aus Urin das Menotropin, ein Hormongemisch zur Stimulation der Eizellen, zu extrahieren.

1949 entwickelte Serono daraus das Hormongemisch Gonadotropin, in den Sechziger Jahren folgten die Produkte Pergonal und Profasi. Mit seinen Mitteln zur Erfüllung des Kinderwunsches brachte es Serono schliesslich zum Weltmarktführer in diesem Gebiet.

(tno/sda)

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