Der aktivistische Investor Veraison ist nach kurzer Zeit beim Baukonzern Implenia ausgestiegen. Die Beteiligungsgesellschaft habe ihre Anteile von 1,9 Prozent verkauft, gab sie heute Montag bekannt.

Das kurze Engagement hat sich für Veraison ausbezahlt, wie ein Blick auf die Börsenkurse zeigt: Am 13. September wurde der Titel von Implenia bei 36.74 Franken gehandelt. Am letzten Freitag war er zu Handelsschluss 39.10 Franken wert. Veraison dürfe durch die Aktion grob gerechnet über 800'000 Franken verdient haben. Insgesamt besteht das Aktienkapital von Implenia aus 18,84 Millionen Aktien.

Eine Frage steht im Raum

Durch den schnellen Ausstieg muss sich Veraison eine Frage gefallen lassen – nämlich ob es der Beteiligungsgesellschaft mit den Gründern Gregor Greber und Valentin Chapero bei diesem Engagement nur darum ging, schnell Geld zu verdienen.

Schauen wir zurück: Mitte September gab die Gesellschaft ihre Beteiligung beim grössten Baukonzern der Schweiz bekannt. Sie spannte mit dem Grossaktionär Max Rössler/Parmino zusammen.

Die beiden Gesellschaften bildeten eine Gruppe und setzten das Management unter Druck: Implenia müsse sich aufspalten, lautete die wichtigste Forderung. Das Immobilienportfolio solle vom Baugeschäft abgetrennt und an die Börse gebracht werden.

Abgang nach der Einigung

Der Druck zeigte Wirkung, das Management kündete Mitte Oktober an, einen Teil der Immobilien auszulagern. Die unbequememen Investoren pochten allerdings auf weitergehende Schritte, bis es am Samstag zu einer Einigung kam: Implenia will die Strategie nun gemeinsam mit Parmino entwicklen.

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An diesem Austausch hat Veraison offensichtlich kein Interesse – aber die Gesellschaft «freut sich auch, dass der Ankeraktionär (die Parmino Holding und Max Rössler) wieder in einem guten Einvernehmen mit der Implenia steht», schreibt Veraison in einer Mitteilung.

(mbü)